Wie gute Gewohnheiten den Weg zum Minimalismus erleichtern

Wie gute Gewohnheiten deinen Weg zum Minimalismus erleichtern

Bei Gewohnheiten denken wir meistens an schlechte Angewohnheiten wie Rauchen, Süßigkeiten essen und Ähnliches. Dabei gibt es eine ganze Reihe guter Gewohnheiten, die man trainieren kann, um das eigene Leben erheblich aufzuwerten. Schon Aristoteles wusste: “Du bist, was du immer wieder tust.” Entsprechend verleiht dir die Art, in der du deine Gewohnheiten pflegst, deine Identität.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen dabei Gewohnheiten, die es einfacher machen andere Gewohnheiten zu bilden. Denn wie man sich schlechte Angewohnheiten abtrainieren kann, muss man sich gute Gewohnheiten auch erst irgendwie antrainieren.

Gute Gewohnheiten, die Minimalismus unterstützen

Brauche ich das wirklich?

Du kannst damit beginnen, dich vor jedem Kauf zu fragen: “Brauche ich das wirklich?” Irgendwann wird dieser Gedanke ganz automatisch kommen. Vor allem machst du dir häufiger bewusst, dass du sehr vieles was du zum Leben brauchst bereits hast. Innerlich kann dich allein dieser Gedanken schon zufriedener machen und deine Stimmung verbessern. Langfristig kannst du damit außerdem viel Zeit, Geld und Stress sparen.

Bei Geschenken ist es oft ein bisschen schwieriger. Aber wie viel Sinn hat es, Dinge aufzubewahren die du gar nicht haben möchtest? Manchmal mag dir das bitter vorkommen, zum Beispiel, wenn du ein Stück Deko geschenkt bekommen hast. Sich von sentimentalen Gegenständen zu trennen ist für viele Menschen nicht einfach. Da kann ich mich selber auch nicht von frei sprechen.

Auch bei einem überfrachteten Terminkalender kannst du dir zu Recht die Frage stellen: “Ist das wirklich notwendig?” Nimm dir am besten jeden Abend kurz Zeit, um deine Aufgaben für den nächsten Tag zu planen. Leichter fällt es eine überschaubare Anzahl von maximal drei Besorgungen pro Tag zu haben. Du fühlst dich wesentlich besser, wenn du eine reale Chance hast alles zu erledigen und wirst deine Punkte entschlossener angehen.

Alles am festen Platz haben

Wenn du deinen Schlüssel, die Brieftasche und was auch immer du täglich brauchst an einem festen Platz aufbewahrst, dann kannst du ohne nachdenken direkt alles greifen und bist ausgehfertig. Jeder hat schon einmal verzweifelt seinen Schlüssel gesucht. Und wenn es dir schon einmal passiert ist, weißt du, es stellt dich extrem unter Stress. Gute Gewohnheiten können hier den Berufsalltag erleichtern.

Der berüchtigte Stuhl im Schlafzimmer – wer kennt ihn nicht? Getragene Kleidung kannst du direkt beim Ablegen schon einstufen. Wenn du sie nicht noch einmal anziehst, dann hast du die Chance sie sofort in den Wäschekorb zu legen und damit zumindest einen Handgriff gespart. Wenn du Kleidung, die durchaus nochmal getragen werden kann, nicht in den Schrank zurücklegen willst, ist ein “stummer Diener” vielleicht das Richtige für dich.

Spätestens am Abend, lohnt es sich alle gebrauchten Gläser, Tassen und Teller abzuwaschen oder in die Spülmaschine zu räumen. Du wirst feststellen der Tag startet besser, wenn du vom Tag davor so wenig Lasten wie möglich mitgenommen hast. Wenn du schon zu den Fortgeschrittenen gehörst, mach es zum Teil deiner Abendroutine und du gehst ein Stück entspannter zu Bett.

Schuhe sind ebenfalls immer so eine Sache. Unter uns: ich ziehe meine manchmal auch erst im Wohnzimmer aus. 10 Minuten später ärgere ich mich dann, wenn ich zum ersten Mal über sie stolpere. Du kannst diesen Ärger aber komplett vermeiden, indem du Schuhe immer direkt in deinem Eingangsbereich ausziehst und aufbewahrst. Vielleicht in der Nähe des Schlüssels.

Manchmal öffnet man die Post und lässt alles auf dem Küchen- oder Wohnzimmertisch liegen? So etwas solltest du vermeiden. Es schafft Unruhe und du musst später alles noch einmal durchsehen und trennen. Am besten legst du Umschläge und Werbung direkt zum Altpapier. Die wichtigen Dokumente, die beantwortet werden müssen, legst du auf deinen Schreibtisch (oder Ähnliches). Das Abheften kannst du  gesammelt am Ende der Woche erledigen – so sorgst du für Ordnung im Papierkram.

Quellen von Unruhe am besten direkt angehen

Ein kleines Beispiel aus meinem Alltag: Ich hatte jahrelang einen Schuhschrank, der mir nie gefallen hat. Aber er war ein Erbstück meiner Oma (Stichwort “sich von sentimentalen Dingen trennen”). Trotzdem war er ein einziges Ärgernis. Er hatte Schiebetüren, aber weder richtigen Boden noch Rückwand, so dass auf den runden Stangen darin alle Schuhe sogar mehr eingestaubt sind als an der Luft. Zudem konnte ich ihn gerade mal zur Hälfte füllen. Irgendwann habe ich mich gefragt, warum ich mir das antue, und ihn durch einen Jackenständer mit Schuhablage ersetzt.

Leere Verpackungen, sammelst du besser nie an dem Ort, wo sie entstehen, sondern bringst sie direkt zum Müll. Am nachhaltigsten ist es, wenn du so wenig Verpackung wie möglich mit nach Hause bringst. Das geht zum Beispiel mit wiederverwertbaren Gemüsenetzen oder durch das Einkaufen in Unverpacktläden.

Ein wirklich belastender Faktor sind auch oft Dinge, die man physikalisch gar nicht bemerkt. Ein übervolles Email-Postfach ist da nur der Anfang. Auch haufenweise Downloads und Bilder, Musik, und PDF-Dateien auf dem Rechner erschweren das Zurechtfinden und kosten Zeit. Die Unruhe, die ein überfüllter Desktop schaffen kann, hast du vielleicht schon selbst kennengelernt.

Was im Alltag belastet, entstammt oft ebenfalls Gewohnheiten

Hast du vielleicht auch so eine Schublade, in der sich lose Schrauben, leere Batterien und alte Handys befinden: Weg damit. Frag dich selbst, wie oft du etwas aus dieser Schublade in den letzten 12 Monaten wirklich gebraucht hast. Du verschwendest wertvollen Raum und wenn du wirklich mal etwas darin suchen musst, bist du eine halbe Stunde beschäftigt. Mit unserem ultimativen Guide zum Ausmisten für Einsteiger kannst du diese Schublade direkt angehen!

Oft bewahrt man auch ältere Generationen von Elektronik gern auf. Für den Fall, dass mal etwas kaputt geht, oder weil die Annahme-Stelle etwas weiter weg ist, vielleicht auch schlicht und ergreifend aus Nostalgie. Egal ob der alte Fernseher, die letzte oder vorletzte Konsole, PC & Laptop oder der Brotbackautomat. Ein bisschen Elektronik findet sich in jedem Haushalt, egal ob zur Unterhaltung oder als Erleichterung des Alltags. Am wichtigsten ist hier die Frage was man davon ernsthaft noch gebraucht. 

Ein Beispiel: Nach 5 Jahren geht der inzwischen veraltete Fernseher kaputt und man kann ihn direkt durch einen anderen völlig veralteten ersetzen, wenn er denn noch anspringt. Und dann stellt man noch fest, dass man aktuell ein deutlich besseres Modell zum halben Preis bekommt

Auch besitzt man häufig Bücher, die man sehr wahrscheinlich kein weiteres Mal liest. Bestimmte Bücher, an denen man hängt, bewahrt man sicher gern auf. Andere wiederum haben in meinem Regal keinen dauerhaften Platz verdient. Obendrauf stehen dir wunderbare Alternativen zur Verfügung wie eBooks, digitale Hörbücher und vieles mehr. Bücher kann man außerdem wunderbar spenden oder verschenken, so dass du sie auf keinen Fall wegwerfen musst.

Gewohnheiten, die andere Gewohnheiten begünstigen

Leicht Trainierbares

Eine der am meisten unterschätzten guten Gewohnheiten ist das Wasser trinken. Besonders wenn du morgens nach dem Aufwachen direkt ein Glas Wasser trinkst, wirst du dich direkt ein bisschen fitter und frischer fühlen. Das liegt daran, dass man in der Nacht viel Flüssigkeit verliert und die Zufuhr den Kreislauf in Schwung bringt. Kannst du dir antrainieren direkt ein Glas zu trinken, kannst du das auch mit jeder anderen Gewohnheit schaffen.

Zucker gibt nur für einen kurzen Moment Energie, die auch extrem schnell wieder verschwindet. Bei Nichtgebrauch lagert sich davon ein großer Teil im Körper an. Obendrauf begünstigt die Aufnahme dieser minderwertigen Kohlenhydrate Diabetes. Einen kritischen Blick, wie viel reinen Zucker du aufnimmst und wann, kannst du dir leicht angewöhnen und damit ein Stück achtsamer werden.

Ganz ähnlich verhält es sich mit Koffein. Eine oder zwei Tassen am Morgen sind gar nicht mal schlimm. Eine dauerhafte Aufnahme verschlechtert allerdings deinen Schlaf, hat Auswirkungen auf die Verdauung und macht auf Dauer tatsächlich körperlich abhängig. Maßvoller Konsum macht auch hier ein Stück achtsamer und trägt zu deinem Wohlbefinden bei.

Gesundes

Mir hilft abends noch 15 Minuten Laufen schon unheimlich gut beim Einschlafen. Es darf aber auch jede andere Art von Bewegung sein. Bewegung ist ein natürliches Mittel gegen Trägheit und negative Stimmung. Also probiere zumindest dich einmal am Tag 15 Minuten unter freiem Himmel zu bewegen und du wirst feststellen, du fühlst dich jedes Mal ein bisschen besser.

Meditation mag im ersten Moment ein bisschen esoterisch klingen, ist aber auf die Fakten reduziert eine Atemübung, die zu mehr Bewusstheit und Achtsamkeit führt. Es kann dir helfen zu entspannen und abzuschalten und wirkt im Allgemeinen beruhigend. Wenn du dich hierfür begeistern kannst, aber nicht sicher bist wie du am besten anfängst, empfehlen wir dir Achtsamkeit und Meditation – Tipps für Anfänger.

Womit wir noch einmal auf das Thema Ausgleich kommen. Eine kleine Belohnung solltest du dir jeden Tag gönnen für das, was du gemeistert hast. Wichtig ist, dass du dabei nie übertreibst. Eine einzelne Folge deiner Lieblingsserie oder etwas Vergleichbares sollte allerdings immer drin sein. Gute Gewohnheiten bestehen hier dann eher darin, es konsequent bei der einen Folge zu belassen.

Routinen und Rituale

Kleine Rituale, helfen dir dabei in die richtige innere Haltung für die aktuelle Situation zu kommen. Der Ablauf, mit dem du morgens in den Tag startest, bestimmt maßgeblich, wie dein Tag verläuft und welche Stimmung du mit durch den Tag nimmst. Sei es die Schüssel Müsli, die Tasse Kaffe oder die heiße Dusche. Feste Größen, auf die du dich nach dem Aufwachen freuen kannst, sorgen für einen besseren Start in den Tag.

Die Abendroutine wiederum, kann dir das Einschlafen erleichtern und dich entspannter zu Bett gehen lassen. Hier liegt dein wichtigstes Interesse beim Loslassen des Tages. Der Tag ist vorbei, du hast es hinter dir, du hast es geschafft. Es gibt jetzt keinen Grund mehr darüber nachzudenken, sondern es ist Zeit, dass du dich für das belohnst, was du heute geleistet hast.

Wir wissen alle, sein Mittagessen runterschlingen während man einfach weiter arbeitet, ist Gift. Auch das gesunde Pause machen ist sowohl eine Sache der Gewohnheit als auch eine Kunst. Hier zählt vor allem, was du auf jeden Fall brauchst, damit sich deine Pause nach Pause anfühlt. 

Das Abschalten, wenn man zu Hause zur Tür reinkommt, ist gar nicht so einfach. Ich denke besonders, wenn du hier noch weiteren Pflichten begegnest. Trotzdem ist es gerade hier wichtig, dass du dir darüber klar bist, dass deine Kinder (falls du welche hast) nicht wissen können, wie anstrengend dein Arbeitstag war. Sie haben auch mit deiner Arbeit nicht das Geringste zu tun. Deswegen solltest du dir selber einige Minuten nehmen, um einen klaren Schlussstrich unter die Arbeit zu machen.

Was gute Gewohnheiten mit dir machen

Disziplin

Es kommt manchmal nur darauf an, die Dinge einfach zu machen. Disziplin bringt dich dazu, Dinge auch dann zu tun, wenn du gar nicht in der Stimmung dafür bist. Du machst sie einfach. Wenn du dabei aufmerksam in dich hinein lauscht, stellst du fest, dir geht es dennoch etwas besser sobald du sie gemacht hast. Und wenn es nur die Mülltüte ist, die du raus gebracht hast.

Motivation bringt dich zum Anfangen; Disziplin zum Durchhalten.Auf diese Weise wirst du an den Punkt kommen, wo du dir eben nicht eine Jahreskarte für das Fitness-Studio holst und es nach einer Woche wieder lässt, sondern wirklich auch an Tagen machst, wo du im ersten Moment keinerlei Antrieb hast.

Du kannst dich darauf trainieren, das langfristige Ziel zu verfolgen auch wenn du das Verlangen nach einer kurzfristigen Belohnung hast. In gleicher Weise kann dich dieses Verhalten davon abbringen zur Zigarette zu greifen, wenn dein Bedürfnis gerade sehr groß ist.

Inneres Gleichgewicht

Bei fast allem kommt es auf ein gesundes Maß an. Das gilt für Arbeit genauso wie für Freizeit. Ausgleich ist wichtig. Aber es ist möglich den Ausgleich so zu übertreiben, dass man irgendwann Ausgleich vom Ausgleich braucht.

Wenn du schon einmal alle Staffel einer Serie auf einmal angesehen hast, wirst du selber gemerkt haben, dass es sich früher oder später nach harter Arbeit anfühlt, die Geschichte weiter zu verfolgen. Das ist nicht Sinn der Sache.

Außerdem solltest du immer auf dein körperliches Wohlbefinden achten. Mit 40 Fieber geht man nun wirklich weder joggen im Park noch ins Fitnessstudio. Und auch den kompletten Haushalt darf man mal eine Woche liegen lassen, wenn man mit Grippe im Bett liegt.

Die Wichtigkeit von Pausen und Feierabend wird häufig unterschätzt. Natürlich kannst du auch mal einen Tag ohne Mittagspause arbeiten. Wahrscheinlich kannst du auch das eine oder andere gedanklich nach Feierabend durchgehen. Aber es summiert sich auf und du wirst selbst merken, dass es jeden Tag ein Stück schwerer fällt, die normale Leistung zu erreichen. Deswegen achte auf deine Pausen.

Kontinuierliches Handeln entsprechend deiner Ziele

Jeder noch so kleine Schritt ist wertvoll. Die Welt wird nicht untergehen, wenn du mal eine Woche nicht ins Fitnessstudio gehst oder abends nicht dein Geschirr abwäscht. Vielleicht gehst du einfach stattdessen 10 Minuten spazieren vor dem Haus, oder bringst die Teller wenigstens gestapelt in die Küche. Wichtig ist lediglich dass du jeden Tag einen ganz kleinen Schritt machst. Selbst wenn es der kleinste ist, der überhaupt möglich ist, bleib nie komplett stehen.

Irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo dir diese guten Gewohnheiten alle so normal vorkommen, dass du es komisch findest, sie nicht zu machen. Am Ende bewegst du dich jeden Tag von allein oder räumst völlig automatisch alles Geschirr weg, sobald du ins Bett gehen willst.

Wenn du diese Punkte achtsam im Blick behältst, kannst du gut erkennen, in welche Richtung du dich entwickelst. Du kannst ebenfalls weitere Punkte hinzufügen, sobald du merkst, dass alle vorhandenen komplett in deinen Alltag geflossen sind.

Insbesondere hilft es dir, deine Schritte auch dann zu machen, wenn du sehr stark abgelenkt bist. Du denkst vielleicht gerade in solchen Momenten nicht über deine großen Ziele nach, aber erledigst deinen Abwasch trotzdem am gleichen Tag, so dass du am nächsten Morgen den Kopf wieder frei hast.

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