Teil III: Wohlbefinden in Krisen – Wie du jetzt am besten helfen kannst

Wohlbefinden in Krisen: Wie du am besten helfen kannst

Dir geht es gesundheitlich und finanziell gut, aber du fühlst dich in der Krise nutzlos? Du arbeitest nicht in einem systemrelevanten Beruf und fragst dich, was du gerade Sinnvolles tun kannst? Wir haben für dich gesammelt, wer gerade Hilfe braucht und wie du jetzt am besten helfen kannst!

Wer braucht deine Hilfe und warum?

Die Risikogruppe

Ältere Personen, Raucher und Personen mit bestimmten Vorerkrankungen haben ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Soll heißen: Eine COVID-19 Erkrankung ist für sie lebensbedrohlich. 

Menschen in der Risikogruppe machen sich große Sorgen und haben Angst vor einer Ansteckung. Besonders schlimm ist das für alleinstehende Menschen, die nicht in der Nähe von Familie oder Freunden wohnen. Viele ältere Menschen leben alleine und gehen trotz Risiko weiterhin selbst einkaufen. 

Hinzu kommt, dass sich vor allem von der Risikogruppe gerade alle fern halten. Das dient ihrem Schutz, macht aber auch einsam. Wenn die Enkelkinder nicht mehr zu Besuch kommen oder die Einkäufe nur noch kontaktlos im Flur abgestellt werden.

Menschen in systemrelevanten Berufen

Dazu zählen alle Menschen, die unsere Gesellschaft weiterhin am Laufen halten. Alle Menschen, die für unsere Sicherheit und Versorgung arbeiten. 

Während einer Pandemie denken wir dabei zuerst an Arzt- und Pflegepersonal. Aber auch KassiererInnen, Reinigungskräfte, ErzieherInnen und Sicherheitskräfte gehören dazu – um nur ein paar Beispiele zu nennen. 

Durch die angespannte Situation erleben Menschen in systemrelevanten Berufen einen stressigeren Arbeitsalltag als sonst. In Krankenhäusern mangelt es an Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel. Nicht alle zeigen Verständnis, wenn im Supermarkt das Klopapier ausverkauft ist. Hinzu kommt das höhere Infektionsrisiko durch die Nähe zu anderen Menschen im Arbeitsalltag.

Berufstätige Eltern

Kitas, Kindergärten und Schulen sind geschlossen. Das heißt, Eltern übernehmen aktuell ganztägig die Betreuung ihrer Kinder. Viele berufstätige Eltern bleiben zu Hause und bekommen zumindest eine Entschädigung für den Verdienstausfall. 

Andere können von zu Hause aus arbeiten. Aber gleichzeitig Kinder beschäftigen und produktiv arbeiten ist schwierig. Viele Kinder dürfen gerade mehr fernsehen als sonst, weil ihre Eltern auch mal Ruhe brauchen.

Eine Kollegin von mir arbeitet aktuell immer dann, wenn ihr Sohn schläft. Natürlich würde sie dann am liebsten auch gern schlafen. Für Eltern bedeutet die aktuelle Situation also mehr Stress, doppelte Arbeit und oft auch finanzielle Einbußen.

Menschen mit finanziellen Einbußen

Online-Handel, Softwareanbieter und Supermärkte profitieren von der Krise. Auf der anderen Seite bekommen Selbstständige und FreiberuflerInnen kaum Aufträge. Unternehmen rufen zur Kurzarbeit auf. Die meisten lokalen Geschäfte bleiben geschlossen.

Auch KünstlerInnen und VeranstalterInnen trifft die Krise hart. VeranstalterInnen müssen Konzerte, Festivals, Aufführungen und Ausstellungen absagen. KünstlerInnen haben keine Bühne mehr für ihre Darbietungen. Nicht alle werden sich nach der Krise von den finanziellen Einbußen erholen.

Wie kannst du am besten helfen?

Mach Besorgungen für deine Nachbarn

Du kannst für Menschen aus der Risikogruppe einkaufen gehen. So können sie zu Hause bleiben und müssen sich weniger Sorgen um eine Ansteckung machen. Auch berufstätige Eltern und Menschen in systemrelevanten Berufen freuen sich bestimmt, wenn du für sie Besorgungen übernimmst oder mit dem Hund Gassi gehst.

Falls du niemanden aus deinem Umfeld kennst, biete deine Hilfe auf einem Aushang im Hausflur oder im Supermarkt an. Du kannst zum Beispiel diese Vorlage nach deinen Wünschen anpassen!

Organisierte Initiativen findest du über soziale Medien und Suchmaschinen, wenn du nach dem Stichwort “Nachbarschaftshilfe” in Kombi mit deinem Wohnort suchst. Du kannst auch auf Quarantäne Helden nach Hilfeanfragen in deiner Nähe suchen.

Ganz wichtig: Lege Einkäufe vor der Haustür ab und halte Abstand! 

Unterhalte dich mit Menschen

Bei all dem Abstand halten, ruf dir ins Gedächtnis, dass du immer noch mit Menschen reden darfst. Leben in sozialer Isolation ist einsam und schlägt aufs Gemüt. Menschen freuen sich also nicht nur über Einkäufe, sondern auch über Gespräche! Greif zum Telefon oder nutze eines der vielen Tools aus unserem Artikel zum Thema “soziale Kontakte in sozialer Isolation”.

Speziell für einsame ältere Menschen bietet das Silbernetz eine Telefonpatenschaft an. Als Silbernetz-FreundIn telefonierst du einmal pro Woche mit einem älteren Menschen. Stell offene Fragen und hab ein offenes Ohr!

Das Silbernetz vermittelt bundesweit Kontakte. Es gibt aber auch viele lokale Angebote – suche einfach nach “Telefonpate” in Kombi mit deinem Wohnort!

Kaufe weiterhin bei lokalen Geschäften ein

Über die Crowdfunding-Plattform Startnext kannst du GründerInnen und Kreative in ganz Deutschland finanziell unterstützen. Die Plattform verlangt keine Provision und deshalb kommt 100% eures Geldes direkt bei den Betroffenen an. Schau nach, ob dein Lieblingsgeschäft dort auch schon eine Kampagne erstellt hat!

Alternativ kannst du auch jetzt einen Gutschein bei deinem Lieblingsgeschäft kaufen und ihn später einlösen. Bei vielen Geschäften konnte man schon immer online Gutscheine kaufen. Für alle anderen Geschäfte bietet die Website #supportyourlocal eine zentrale Plattform. Du kannst dort deinen Wohnort suchen und in den Gutschein-Shops deiner Lieblingsläden stöbern.

Gehst du normalerweise jeden Sonntag bei deinem Lieblingsitaliener essen? Auf das Ambiente musst du gerade verzichten, aber auf die Pizza nicht. Viele Restaurants, Cafés und Bars haben einen kontaktlosen Lieferservice eingerichtet. Inzwischen kann man sich auch Snacks liefern lassen, die man sonst immer nur vor Ort genießen konnte. Zum Beispiel einen Schoko-Eisbecher :-).

Unterstütze Kreative aller Art

Vielleicht hattest du auch Konzertkarten für den nächsten Auftritt deiner Lieblingsband besorgt, aber jetzt wurde die Veranstaltung abgesagt. Dann kannst du bei der #AktionTicketBehalten mitmachen! Statt dein Geld zurückzuverlangen, behalte dein Ticket und unterstütze deine Lieblingsband.

Kreative aller Art kannst du auch mit einer Mitgliedschaft auf Patreon oder Steady unterstützen. Für einen regelmäßigen Beitrag bekommst du extra Inhalte, Fan-Produkte oder Zugang zu einem exklusiven Chat. Jeder überlegt sich etwas anderes für seine Abonnenten.

Deine Handlungen verändern die Welt nach der Krise

Auch wenn du keine medizinische Ausbildung hast, kannst du etwas bewirken. Du musst nicht zu Hause die Kontaktsperre aussitzen und abwarten, wie sich die Welt entwickelt. Fühle dich sinnvoll, indem du hilfst, wie du es am besten kannst! 

Wenn es dir finanziell gut geht, kannst du dazu beitragen, dass nach der Krise deine Lieblingsläden noch existieren, deine Lieblingsband noch Konzerte gibt und Kreative weiterhin Inhalte für dich erstellen.

Vielleicht hast du gerade aber auch mehr Zeit als sonst. Dann mache Besorgungen für deine Nachbarn. So kannst du berufstätige Eltern und Menschen in systemrelevanten Berufen entlasten und die Risikogruppe schützen.

Wenn du eine soziale Ader hast, dann werde Telefonpate für einsame Menschen oder sorge dafür, dass deine Familie und Freunde weiterhin in Kontakt miteinander bleiben.

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