Wie du entspannt durch die Weihnachtszeit kommst

Entspannt durch die Weihnachtszeit
Wie du entspannt durch die Weihnachtszeit kommst

#005 Transkript

Thomas: In der heutigen Folge reden wir darüber, wie man entspannt durch die Weihnachtszeit kommt. Und wie so oft ist es auch immer eine Sache der eigenen Stimmung und Gesinnung. Wenn man für etwas in Stimmung ist, dann belastet es einen auch viel weniger.

Jennifer: Ist das echt so? Meine Eltern zum Beispiel, die freuen sich immer mega auf Weihnachten und machen da aber total viel. Einkaufen, Festessen vorbereiten, Tage vorher schon, dies und das noch vorbestellen und den Braten noch abholen am Tag selbst. Sodass ich immer das Gefühl habe, am Ende sind die doch eher froh, wenn es irgendwie geschafft ist. Kann einen etwas nicht auch stressen, wenn man sich eigentlich darauf freut?

Weihnachten kann so schön sein, wenn nicht immer alles perfekt sein muss

Thomas: Ja, weil ich glaube die Weihnachtstage stehen in einem bestimmten Zusammenhang, den man von frühester Kindheit an in die eigenen Gedanken eingebrannt bekommen hat. Dann hat man glaube ich diesen inneren Drang, dass man mit dieser Phase auch in ganz bestimmter Weise umgehen muss. Sei es jetzt gigantische Familienzusammenkünfte, die ja offensichtlich dieses Jahr eher entfallen. Oder bestimmtes Essen, das man langwierig vorbereitet. Ein bestimmtes Restaurant, das man besucht. Dieses Streben danach, dass man das alles so hinbekommt, wie man dieses perfekte Bild davon im Kopf hat. Das ist das, was einen am Ende wirklich stresst.

Jennifer: Ich glaube, das trifft es ganz gut. Ich habe auch immer überlegt: Wieso stresst mich die Weihnachtszeit eigentlich so sehr? Obwohl es ja eigentlich eine besinnliche Zeit sein soll, eigentlich ja auch nett ist mit der Familie zusammenzukommen und Geschenke auszupacken? Eigentlich macht man ja nette Sachen an Weihnachten. Aber ich glaube es sind diese Erwartungen, die alle an Weihnachten mitbringen und die sich manchmal auch unterscheiden.

Jennifer: Wenn man als Kind aufwächst, dann erlebt man Weihnachten auf eine bestimmte Art und Weise. Die Eltern dekorieren die Wohnung und machen das vielleicht mega aufwändig. Der Baum muss vielleicht immer persönlich gefällt werden als Familienevent. Oder es muss auf jeden Fall immer die Pute geben. Und wenn man dann selbst überlegt: Wie gestaltet man Weihnachten? Ich habe das so erlebt, dass man sich total erschlagen von dem Gedanken fühlt, das alles genauso nachmachen zu müssen, wie die Familie das dann wahrscheinlich erwartet.

Wie viele Familienbesuche kann man in drei Tagen schaffen? Und wie viel Zeit bleibt da noch für Besinnlichkeit?

Thomas: Ich denke, es dreht sich vor allem um Erwartungen. Einmal die eigenen sicherlich und vor allem die Erwartungen von anderen. Insbesondere wenn die gegenläufig sind, werden zumindest von einem die Erwartungen enttäuscht.

Jennifer: Ja, das stimmt. Ich glaube jeder kennt das, dass man an Weihnachten irgendwo eingeladen wird. Und man wird schon einen Monat vorher oder zwei Monate vorher gefragt: Ja, wie sieht es denn eigentlich mit Weihnachten aus? An welchem Tag habt ihr denn Zeit? Wir hatten vor am ersten Weihnachtstag einen Tisch zu bestellen und da müssen wir jetzt schon anrufen. Ich fühle mich dann immer direkt ein bisschen unter Druck gesetzt. Ich muss da jetzt eine Entscheidung treffen. Es wird auch erwartet, dass man ja sagt und dann am ersten Weihnachtstag Zeit hat.

Jennifer: Genauso ist einem dann klar, dass man etwas zurückstellen muss. Wenn man einfach zu Hause vielleicht mit seinem Partner in Ruhe Fondue machen wollte. Am Ende ist es leichter zu sagen: Ja okay, wir machen mit und reserviert ruhig den Tisch. Als wirklich auf den eigenen Bedürfnissen zu bestehen und klar zu sagen: Eigentlich wäre es uns lieber, wenn wir einen Tag für uns haben könnten! Man fühlt sich dann echt so als ob es ein Unding wäre, das zu sagen.

Thomas: Und damit sind wir beim Punkt gesellschaftliche Akzeptanz. Bei ganz vielen Dingen, läuft es immer darauf hinaus: Das haben meine Eltern schon so gemacht und deren Eltern und die Eltern der Eltern vor denen und wahrscheinlich weitere Vorfahren auch schon. Und keiner hat sich jemals getraut irgendetwas an so einem typischen Ablauf zu ändern. Obwohl jeder ganz tief in sich drin den Gedanken hat: Verdammt, ich würde mir das ganz anders vorstellen. Und vielleicht auch ganz anders machen, aber dann gucken mich alle komisch an.

Mal alle Erwartungen beiseite geschoben: Wie stellst du dir ein wirklich entspanntes Weihnachten vor?

Jennifer: Wie würdest du dir denn Weihnachten total schön und wirklich angenehm vorstellen? Wie würdest du es wirklich gern verbringen, wenn jetzt keiner dumm guckt oder das in Frage stellt?

Thomas: Ich hätte jetzt nichts dagegen meine Eltern für eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen zu besuchen. Aber an sich, was sind denn die Phasen, die wir am meisten mögen? Wenn wir einfach Zeit haben, um zusammen zu kochen, uns zusammenzusetzen und zu reden. Das sind ja die Momente, die gerade im Berufsalltag eher sehr knapp sind. Die man dann auch zu schätzen lernt, wenn man wirklich mal von der ersten bis zur letzten Minute weiß, ich muss mich nicht beeilen. Ich habe jetzt tatsächlich drei Tage lang gar nichts anderes, weswegen ich mich irgendwie unter Druck setzen muss. Das heißt, ich habe keinen wichtigen Termin im Beruf. Man hat wirklich einen extra Tag oder auch zwei einfach für sich. Ich finde das tatsächlich die entspannendste Möglichkeit.

Jennifer: Ja, finde ich tatsächlich auch. Dass man einfach mal Zeit hat Dinge gemeinsam zu machen, für die man sonst keine Zeit hat. Ich persönlich finde es tatsächlich auch ganz cool, wenn sich mit der Zeit dann eigene Traditionen bilden. Aber wo wir wirklich selbst entscheiden können: Wie soll Weihnachten für uns eigentlich aussehen? Und ich fand das ganz gut in den letzten paar Jahren, da haben wir immer chinesisches Fondue gemacht. Wo vielleicht viele sagen: Chinesisches Fondue? Normalerweise gehört da doch eine Pute hin oder, was es sonst so für dogmatische Weihnachtsgerichte gibt. Die meisten finden es eher komisch, wenn man sagt, wir haben chinesisches Fondue gemacht. Dann kommen so Fragen: Ja wieso denn das?

Thomas: Und wir würden antworten: Weil es gut schmeckt!

Schaffe deine eigenen Traditionen

Jennifer: Ja, genau! Das ist einfach total schön. Man kann das zusammen vorbereiten ohne viel Stress und man sitzt dann den Abend zusammen und isst das in Ruhe. Anstatt dass da einer von uns lange in der Küche steht und alles perfekt für den anderen vorbereitet. Wenn man so einen ganzen Tag für sich hatte, dann bin ich auch echt offen dafür am nächsten Tag mit den Eltern essen zu gehen und am anderen Tag mit den anderen Eltern essen zu gehen. Und da dann eben auch mitzumachen, wie das perfekte Weihnachten für sie ist, mit allem was für sie dazugehört. Und dann finde ich gut, wenn man sein eigenes Weihnachten einfach auch so machen kann, ohne dass das hinterfragt wird. Zum Beispiel kommen dann so Fragen: Und habt ihr auch einen Weihnachtsbaum? Und wir sagen dann so … 

Thomas: Nein!

Jennifer: Also Leute finden es einfach komisch, wenn wir sagen, wir haben keinen Weihnachtsbaum. Aber wir machen eben unser chinesisches Fondue und unterhalten uns nett und das ist total in Ordnung für uns. Oder wir haben keine Deko, keinen Adventskranz und finden das einfach auch nicht notwendig. Und dann denke ich immer: Ich akzeptiere ja auch, wie ihr Weihnachten macht und komme zu euch und feiere das dann mit euch. Und sage nicht: Ach, wieso habt ihr denn hier so viel Deko rumstehen?

Einfach mal ehrlich sagen, was alle denken: Ich möchte etwas weniger Rummel

Thomas: Und letzten Endes haben wir aus den letzten Jahren ja auch etwas total Wichtiges gelernt. Wenn man da konsequent dahinter steht und das selbstbewusst rüberbringt und auch ein Stück weit erklären kann, warum man das so macht. Dass man wirklich auch ein emotionales Bedürfnis hat den inneren Frieden zu genießen, dann wird das auch erstaunlich gut akzeptiert und anerkannt. Und nach zwei oder drei Jahren wird man gar nicht mehr danach gefragt. Oder muss verbissen darüber diskutieren, warum man das ausgerechnet auf diese Weise macht. Ich glaube, da könnten ganz viele, die sich auch wünschen, dass der ganze Rummel ein Stück verkleinert wird, sich ruhig trauen zu sagen: Das ist mir alles zu viel, da reicht vielleicht auch mal ein bisschen weniger.

Thomas: Und damit wünschen wir euch eine entspannte und vor allem stressfreie Weihnachtszeit! Und wie immer: Falls euch die Folge gefallen hat, abonniert uns gern, da freuen wir uns drüber 🙂

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