Teil I: Wohlbefinden in Krisen – Soziale Kontakte in sozialer Isolation

Soziale Kontakte in sozialer Isolation

Normalerweise schreiben wir auf dem genug-Blog ja über Minimalismus. Aber angesichts der aktuellen Corona-Pandemie kam es uns irgendwie unpassend vor einfach wie geplant weiterzumachen und unseren bereits fertigen Artikel über “Geschenke und Minimalisten” zu veröffentlichen. Wir möchten mit unserem Blog einen Beitrag dazu leisten, dass wir alle gemeinsam möglichst gut durch die aktuelle Krisensituation kommen. Deshalb haben wir beschlossen in den nächsten Beiträgen einige Herausforderungen zu adressieren, die viele von uns gerade erleben.

Die erste Herausforderung: Soziale Isolation 

#StayAtHome #FlattenTheCurve

Um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten, gilt es die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Deshalb wurden in den meisten Bundesländern mittlerweile Regeln erlassen, um Ansammlungen von größeren Menschenmengen zu vermeiden. In NRW darf man aktuell nur mit einer anderen Person unterwegs sein, zu allen anderen Personen soll mindestens 1,5m Abstand eingehalten werden. Bei Verstößen ist mit einem Bußgeld zu rechnen. Hinzu kommt die Schließung von sozialen Treffpunkten wie zum Beispiel Gaststätten, Bars, Clubs, Konzerthäusern, Kinos, Freizeitparks, Fitnessstudios, Schwimmbädern und Spielplätzen, um nur einige Beispiele zu nennen.

Negative Folgen durch soziale Isolation

Die aktuellen Verhaltensregeln tragen dazu bei, dass wir das Virus gemeinsam besser in den Griff bekommen. Psychologen warnen jedoch auch vor den negativen Folgen von sozialer Isolation. Als grundlegend soziale Lebewesen wirkt sich soziale Isolation negativ auf unser mentales Wohlbefinden aus und kann zu Gefühlen von Einsamkeit, Ängsten, Sorgen und depressiver Verstimmung führen. Als Bewältigungsstrategie neigen Menschen in sozialer Isolation dazu bereits vorhandene Neigungen stärker auszuleben, wie z.B. Alkoholkonsum oder Rauchen. Insbesondere extrovertierte Menschen haben es in sozialer Isolation schwer, da sie ihre Energie aus dem Kontakt mit anderen Menschen ziehen. Aber selbst als introvertierter Mensch braucht man soziale Kontakte – das kann ich aus eigener Erfahrung sagen.

Tipps für die Überwindung von sozialer Isolation

Es gilt also kreativ zu werden und neue Möglichkeiten für soziale Kontakte in Zeiten von sozialer Isolation zu finden. Denn: Es geht ja nur darum, den physischen Abstand zu reduzieren und nicht darum unser Sozialleben an sich einzuschränken. Insbesondere digitale Lösungen erlauben uns heute soziale Kontakte einfacher als je zuvor aufrechtzuerhalten.

Mit Familie und Freunden unterhalten

Wer mit Familie und Freunde in Kontakt bleiben möchte, kann natürlich einfach zum Telefon greifen. Mit Videokonferenz-Tools ist es aber noch ein bisschen cooler, weil man in einer größeren Gruppe plaudern kann und sich nebenher noch sieht. 

Für Videokonferenzen mit der Familie empfehlen wir WhatsApp, da die App mittlerweile von allen Altersgruppen ohnehin täglich genutzt wird. Inzwischen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass alle Generationen einer Familie die App auf ihrem Handy installiert haben. 

Wenn ihr trotz sozialer Isolation neue Leute kennenlernen möchtet, dann ist Houseparty genau das Richtige für euch! Mit der App seht ihr immer, wenn eure Freunde eine Unterhaltung starten und könnt dann beitreten. So kommt ihr auch mit Freunden von Freunden in Kontakt und es entsteht schnell eine lustige Runde. 

Virtuelle Kaffeepause & virtuelles Feierabendbier

Wer aktuell im Home Office arbeitet, vermisst vielleicht den täglichen Austausch an der Kaffeemaschine im Büro. Wir arbeiten aktuell auch im Home Office und man merkt schon, dass sich der Kontakt mit Kollegen plötzlich nur noch auf virtuelle Meetings beschränkt. Einer meiner Kollegen hat deshalb die Initiative ergriffen und uns allen eine Kalendereinladung für eine virtuelle Kaffeepause geschickt. Jeden Tag, 15 Minuten. Jeder darf rein, keiner muss. Beitreten kann man ganz einfach, indem man in der Kalendereinladung auf den Link zur Videokonferenz klickt. Finde ich eine tolle Idee und lässt sich sicher auch erweitern, um ein virtuelles Feierabendbier, für alle Kollegen, die sich ansonsten nach getaner Arbeit auf ein Getränk in der Stammkneipe treffen. 

Spieleabend mal digital

Noch so eine tolle Initiative von diesem Kollegen: Normalerweise machen wir regelmäßig ein Teamevent und letzte Woche sollte unsere erste “Epic Game Night” stattfinden. Geplant war, dass jeder Gesellschaftsspiele oder digitale Spiele mit ins Büro bringt und wir dann nach Feierabend einen gemeinsamen Spieleabend machen. Da uns eine Pandemie dazwischen gekommen ist, haben wir das Event kurzerhand komplett digital gemacht.

Wenn ihr selbst einen digitalen Spieleabend machen wollt, empfehlen wir Browserspiele, denen alle Teilnehmer unkompliziert beitreten können. Zum Beispiel könnt ihr Montagsmaler und Stadt, Land, Fluss ganz einfach online spielen. Einfach einen Namen eingeben, dann einen privaten Raum erstellen und den Einladungslink an eure Freunde schicken. Außerdem könnt ihr auf tabletopia über 700 Brettspiele gratis spielen. Dazu benötigt ihr allerdings einen kostenlosen Account.

Gemeinsam Netflix schauen

Zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten in sozialer Isolation gehört wohl Filme und Serien schauen bei Netflix (oder anderen Streaming-Diensten). Zumindest für Netflix gibt es eine Erweiterung für den Chrome-Browser, sodass ihr einen gemeinsamen Serienabend veranstalten könnt. Mit Netflix Party könnt ihr Freunde einladen und euer Video wird dann synchronisiert, sodass alle zur gleichen Zeit genau dasselbe sehen. Am Rand wird außerdem ein Gruppenchat hinzugefügt mit dem ihr auch Emojis und GIFs verschicken könnt.

Online Kultur erleben

Derzeit sind viele KünstlerInnen gezwungen, Konzerte und andere Veranstaltungen abzusagen. Das macht zum einen uns als Fans traurig, zum anderen sind einige KünstlerInnen durch die fehlenden Einnahmen aber auch finanziell in Schwierigkeiten. Manche Bands werden da richtig kreativ: Unsere Lieblingspiratenband “Mr. Hurley & die Pulveraffen” hat letzte Woche zum Beispiel einen Kajütenquarantäne-Livestream bei YouTube und Twitch gestartet. Die Band hat ihre Songs zum Besten gegeben und bei Twitch konnten Fans im Chat Fragen an die Band stellen. So können Fans in Kontakt mit ihren Lieblingsbands bleiben und bei Twitch kann man sogar digital Trinkgeld geben.

Wer nicht so auf Piratenmusik steht, wird bei Dringeblieben vielleicht eher fündig. Dort findet ihr Livestreams diverser KünstlerInnen und Veranstaltungen – nicht nur Konzerte, sondern auch Theateraufführungen, Lesungen, Kunst-Tutorials und Trainingseinheiten. Ihr könnt dort über einen Chat direkt mit den KünstlerInnen kommunizieren und sie ebenfalls finanziell unterstützen.

Gegen Langeweile in sozialer Isolation

Zu guter Letzt möchten wir noch auf das Projekt Quarantain aufmerksam machen. Dort findet ihr eine stetig wachsende Sammlung an digitalen Angeboten für Bildung, Zeitvertreib und Unterhaltung. Lerne wie du mit der Folding@Home Software an der Corona-Forschung mitwirken kannst, lies dir Mutmacher-Geschichten durch oder rechne aus, wie viel Klopapier du für die Quarantäne wirklich brauchst. Indem ihr selbst weitere nützliche oder unterhaltsame Inhalte auf der Seite hinzufügt, könnt ihr das Projekt unterstützen!

Nach vorne schauen und positiv denken

Auch wenn wir nicht genau wissen, wie sich die aktuelle Situation entwickelt, sollten wir uns bewusst machen, dass die Phase der sozialen Isolation auch vorbeigehen wird. Bis dahin können wir uns vor Augen führen, dass wir aus gutem Grund so viel wie möglich zu Hause bleiben. Wir schützen damit Zugehörige der Risikogruppe vor einer Ansteckung und tragen dazu bei, dass das Gesundheitssystem nicht überlastet wird. Als Gesellschaft sind wir der aktuellen Krise nicht hilflos ausgeliefert, sondern können die Entwicklung durch unser eigenes Verhalten und Solidarität gegenüber unseren Mitmenschen positiv beeinflussen. 

Wie bleibt ihr mit Familie, Freunden und Kollegen in Kontakt? Teilt eure Tipps mit uns und unseren Lesern in den Kommentaren!

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Ein Gedanke zu „Teil I: Wohlbefinden in Krisen – Soziale Kontakte in sozialer Isolation

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