Rohrbruch – Oder wie du mit unerwarteten Situationen umgehst

Rohrbruch

Da hatten wir eigentlich ein schön entspanntes Wochenende – auf dem Weg ins Bett nur nochmal kurz ins Bad und beim Näherkommen hörten wir schon ein unheilvolles Rauschen. Aus dem geplatzten Durchlauferhitzer ergoss sich fröhlich das Wasser in unser Bad und die Entspannung war dahin. Nicht genug, dass wir schon nasse Füße hatten, auf dem Weg in den Keller kriegten wir auch noch eine unfreiwillige Dusche, denn das Wasser tropfte schon durch die Decke.

Zuerst waren wir noch wie auf Autopilot unterwegs – Wasser abstellen, alles mit Handtüchern auslegen, Eimer und Schüsseln für das Tropfwasser aufstellen, Vermieter informieren, und und und. Doch dann kehrte etwas Ruhe ein und uns dämmerte langsam, dass da noch so einiges auf uns zukommt. Und wir dachten nur: “Das passt uns gerade aber überhaupt nicht!” Aber hey, wann denkt man sich schonmal: “Jetzt wäre so ein Rohrbruch eigentlich genau das Richtige!” Ganz genau, diesen Tag gibt es wohl kaum 😀

Schritt für Schritt durch unerwartete Situationen manövrieren

Wir sind gerade also mittendrin im Rohrbruch-Marathon und das bringt unsere Gewohnheiten ganz schön durcheinander. Aber eines haben wir unfreiwillig gelernt: Wie man damit umgeht, wenn spontane Unannehmlichkeiten alle Pläne durchkreuzen!

Nimm die Situation an

Natürlich kannst du dich in so einer Situation lange fragen: “Wer ist schuld daran?” oder “Woran lag das jetzt?”. An der Lage ändert sich dadurch aber rein gar nichts!

Was wäre gewesen, wenn wir etwas früher ins Bad gegangen wären? Hätten wir den Schaden dann vielleicht begrenzen können? Oder wenn wir den Durchlauferhitzer schon eher ausgetauscht hätten? Hätten wir den ganzen Ärger dann komplett vermeiden können? Wahrscheinlich. Haben wir aber nicht und können wir auch nicht mehr. Es bringt nichts in der Vergangenheit zu leben oder Schuld zu zuweisen. Du hast immer mehr davon dich auf die Lösung zu konzentrieren und die passenden Schritte zu unternehmen.

Versuch’s positiv zu sehen

Drei Räume mussten leer, alle Fußböden raus, Trocknungsgeräte haben uns für mehrere Wochen die Ohren zugedröhnt und der Wiederaufbau kommt erst noch. Dennoch haben wir selten gleichzeitig so viel geflucht und gelacht. Es war nicht leicht mit anzusehen und anzuhören, wie die Handwerker unsere einst selbst verlegten Böden mit dem Presslufthammer bearbeitet haben – die Sprüche, die sie dabei rausgehauen haben, waren dafür Gold wert. In manchen Situationen hilft dir nur noch, alles mit Humor zu sehen.

Darüber hinaus erkennst du in so einer Lage, wer wirklich zu dir hält und dir hilft. Man weiß, auf wen in seinem Umfeld man sich verlassen kann, wer auf jeden Fall mit anpackt, wenn es mal notwendig ist. Es war beruhigend zu erleben, dass deutlich mehr Menschen ihre Hilfe angeboten haben, als wir annehmen konnten. (Wir mussten die Helfer ja zwangsläufig auf einen Haushalt beschränken – danke Corona!)

Fokussiere dich auf Möglichkeiten statt Einschränkungen

Man kann manche Dinge nicht beeinflussen, nur wie man damit umgeht. Mach aus dem Sturz einen Sprung – indem du die Chance nutzt Dinge zu verändern, die dir vielleicht schon länger durch den Kopf gehen. Das mag eine neue Tapete sein oder eine neue Farbe an der Wand. Wenn ohnehin drei Räume freigeräumt werden müssen, ist das doch die ideale Gelegenheit, ein paar Methoden zum Ausmisten zu testen! Bei der Gelegenheit haben wir auch darüber nachgedacht, ob wir das Wohnzimmer durch einen Raum für kreative Aktivitäten ersetzen. Oder einen Billardtisch statt einen Esstisch reinstellen. Es gibt so Vorstellungen davon, was ein Wohnzimmer zu einem Wohnzimmer macht: gemütliches Sofa, Fernseher, eine eigene Ecke für den Esstisch. Aber wer sagt, dass dein Wohnzimmer so sein muss? Befreie dich von den Erwartungen anderer und richte es so ein, wie es dir am besten gefällt!

Gehe stärker aus der Situation hervor

Küche und Schlafzimmer stehen voll mit allem was wir noch besitzen. Und irgendwo mittendrin arbeiten wir zu Zweit im Home Office und verbringen auch noch unsere Freizeit. Ja, da liegen die Nerven blank und man meckert sich schonmal etwas unverdient gegenseitig an. Wenn du gemeinsam mit jemandem in so einer Situation steckst, dann mach dir bewusst, dass sich alle negativen Gefühle nicht direkt an dich richten. Sondern eigentlich nur an die äußeren Umstände. 

Aber wenn man das zu Zweit schafft, weiß man, dass man auch mit jeder anderen Situation gemeinsam fertig wird. Und das gehört zu den positiven Gedanken, die man mitnimmt. Wir hatten jeden Tag etwas zu lachen und das ist gerade dann am wichtigsten, wenn alles den Bach runter geht. Selbst wenn dieser Bach “nur” aus dem eigenen Badezimmer kommt. 

Die Erkenntnisse

Man vergisst oft, dankbar zu sein 

Warmes Wasser kommt einem so selbstverständlich vor, dass es wirklich eine Umgewöhnung ist, wenn man keinen Zugang mehr dazu hat. Ähnliches gilt bei Dingen des Alltags wie Waschmaschine und Dusche (und zum Glück haben wir sehr nette Nachbarn – danke an dieser Stelle!).

Es ist okay, um Hilfe zu bitten

Spätestens wenn ein Massivholztisch aus der Wohnung getragen muss, merkst du, dass du nicht alles alleine schaffen kannst. Es gibt Leute, denen fällt es schwer nach Hilfe zu fragen. Solche Situationen zeigen aber auch, dass Leute gerne bereit sind zu helfen, wenn man über den eigenen Schatten springt und nachfragt. Und helfen zu erkennen, dass man nicht immer alles alleine stemmen muss.

Was dir wirklich etwas bedeutet

Drei Zimmer mussten leer geräumt werden. Alles musste in zwei Räume passen. Da stellt sich unweigerlich die Frage, was ist mir so wichtig, dass es auch während der Handwerksarbeiten immer leicht zugänglich bleiben muss und was kann ruhig weiter hinten eingegraben werden. Du erkennst unweigerlich, welche Dinge du im Alltag wirklich brauchst. Egal ob es Haushaltsgegenstände oder sogar ganze Möbel sind. Unsere Musikinstrumente werden wir auf jeden Fall behalten, aber jetzt gerade sind sie wohl kaum überlebenswichtig.

Schlusswort

An dieser Stelle bitten wir um Verständnis, dass wir zur Zeit sehr still sind. Die aktuelle Lage nimmt einen Großteil unserer Kapazitäten in Anspruch und wir können dabei bisher noch nicht absehen, wie lange sich das noch hinzieht. Fakt ist: Wir werden auch mit dieser Situation umgehen lernen und euch auf jeden Fall erhalten bleiben.

Wir hoffen ihr da draußen hattet einige entspannte freie Tage und bleibt dran 🙂

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4 Gedanken zu „Rohrbruch – Oder wie du mit unerwarteten Situationen umgehst

  1. Gabi

    Oh, weiterhin gute Nerven. Kreatives Wohnzimmer klingt klasse. Die typische „Monster-Möblierung“ (große Couchlandschaft mit Ausrichtung auf den noch größeren Fernseher) habe ich noch nie so wirklich verstanden.

    1. genug team

      Hallo Gabi,

      danke dir – die guten Nerven können wir echt gut gebrauchen! Haben die Handwerker-Pause schonmal für einen kreativen Anstrich genutzt, in blau und lila 🤗 Wenn endlich wieder Möbel ins Wohnzimmer dürfen gibt’s wahrscheinlich eine Ecke für die Musikinstrumente von Thomas und für meine Handarbeiten! Freuen uns schon drauf, wenn dann einfach alles bereit liegt und genug Platz frei ist, um direkt loszulegen 🙂 Wie hast du dir denn dein Wohnzimmer eingerichtet?

      Liebe Grüße
      Jennifer

    1. genug team

      Hallo Aljona,

      Danke dir für die lieben Worte 🤗 Gerade warten wir darauf, dass die Handwerker wiederkommen und alles wieder aufbauen. Dann haben wir es auch geschafft! 🙂
      Liebe Grüße
      Jennifer

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