Digitaler Minimalismus: Tipps für digitales Aufräumen

Digitaler Minimalismus Tipps

Auf deinem Smartphone taucht alle paar Sekunden eine neue Benachrichtigung auf? Dein E-Mail-Postfach quillt über und du verlierst langsam den Überblick über all deine Accounts? Digitaler Minimalismus gibt dir die Kontrolle zurück und mit unseren Tipps kannst du noch heute loslegen. 

Genauso wie beim “normalen” Minimalismus geht es darum, sich wieder mehr auf das Wesentliche zu fokussieren. Welche Geräte und Apps schaffen einen echten Mehrwert für dein Leben? Du wirst merken, dass Ausmisten und Ballast abwerfen auch in der digitalen Welt eine befreiende Wirkung hat.

Digitaler Minimalismus: Tipps, die du sofort umsetzen kannst

Reduziere die Anzahl deiner technischen Geräte

Brauchst du wirklich einen Desktop-PC, ein Notebook, Tablet, Smartphone, eBook-Reader, und so weiter? Frage dich selbst, wie häufig und für welche Zwecke du deine Geräte üblicherweise nutzt. Wahrscheinlich stellst du fest, dass ein Gerät bereits den Zweck eines anderen erfüllt. Wenn du die Anzahl deiner technischen Geräte reduzieren kannst, sparst du vor allem auch Zeit. Inzwischen benötigen selbst Fernseher ja regelmäßig Software-Updates. Und wenn du mal dein Tablet nimmst, weil du dein Notebook schon ausgeschaltet hast, ist gerade der Akku leer. Also konzentriere deine digitalen Geräte auf solche, denen du einen klaren Zweck zuordnen kannst.

Deinstalliere wenig genutzte Apps und Programme

Nun hast du deine Sammlung an technischen Geräten reduziert. Wir legen aber gerade erst los. Unser nächster Tipp für digitalen Minimalismus bezieht sich auch auf den Inhalt des einzelnen Geräts. Egal ob Computer, Smartphone, oder TV – hier tummeln sich ungenutzte Programme und andere alte Dateien. Das raubt nicht nur die Übersicht, sondern verlangsamt deine Geräte oft auch unnötig. Speziell Smartphones sind sehr schnell voll und reagieren empfindlich auf überfüllten Speicherplatz. 

Nimm dir die Zeit und schau die Liste deiner installierten Apps und Programme durch. Welche hast du schon ewig nicht mehr benutzt? Gibt es vielleicht bessere Alternativen, die gleich mehrere Funktionen vereinen? Einmal erledigt, solltest du alles haben was du brauchst und musst hoffentlich nie wieder Energie für derartige Wartung aufwenden.

Lösche nicht mehr genutzte Accounts

Egal ob Social Media, Online Games oder Probe-Abos – hast du schon einmal die bewusste Entscheidung getroffen einen Dienst nicht mehr zu nutzen und dann direkt deinen Account gelöscht? Oder passiert es dir auch manchmal, dass dein Probe-Account einfach in Vergessenheit gerät?

Du kennst bestimmt die typischen E-Mails, die du direkt nach dem Erstellen bekommst. Gehe deine E-Mails  am besten von hinten nach vorne durch – es kann dir auch helfen nach dem Wort “Account” oder “Registrierung” zu suchen. So findest du heraus, wo du überhaupt noch unerwünschte Accounts besitzt. Da wirst du sicher auch ein paar unerwartete Entdeckungen machen. 

Besuche nun die entsprechende Website. Dort kannst du in fast allen Fällen nachlesen, wie du deinen Account löschen kannst. Häufig geht das in den Konto-Einstellungen, manchmal ist allerdings auch eine Kontaktanfrage an das Support-Team nötig. Trotzdem: Mit jeder Karteileiche, die du auf diese Weise abschließen kannst, reduziert sich dein digitaler Ballast.

Melde dich von Newslettern ab

Du willst deinen Account behalten, aber die ganzen E-Mails im Postfach nerven dich trotzdem? Kein Problem! Der nächste unserer Tipps zum Thema digitaler Minimalismus verrät dir einen einfachen Weg, um das zu ändern.

Sicherlich gibt es bei dir auch Newsletter, die du durchaus informativ und hilfreich findest. Und natürlich brauchst du dich nicht gleich von allen zu trennen. Oft hast du allerdings einen Account erstellt, und erhältst nun täglich eine E-Mail mit 5 Gutscheinen für Dinge, die du gar nicht kaufen willst.

Durchsuche deine E-Mails am besten nach dem Wort “Newsletter”. Wenn du in solchen E-Mails ganz nach unten scrollst, gibt es fast immer einen Link, um dich abzumelden. Bei diesem Vorgehen solltest du zudem sehr genau auf den Absender achten. Viele Betrugs- und Phishing-Mails tarnen sich gern als Newsletter. Willst du auf Nummer sicher gehen, besuche deinen entsprechenden Account. Dort kannst du häufig auch in den Einstellungen angeben, in welchen Fällen du E-Mails erhalten möchtest.

Speichere weniger Unterhaltungsmedien auf deiner Festplatte

Insbesondere in Zeiten von Instagram, Snapchat und Co. sammeln sich vor allem auf dem Smartphone extrem viele Fotos an. Man macht ja selten nur ein Foto, sondern gleich mehrere, um später das Beste für seine Social-Media-Kanäle aussuchen zu können. Da will man allerdings nicht durchscrollen, wenn man in Erinnerungen an seinen letzten Urlaub schwelgen möchte. Für mich ist Instagram inzwischen sowas wie mein Fotoalbum geworden und auf meinem Handy lösche ich das meiste wieder. Wenn du nicht alles auf Instagram teilen möchtest, kann du auf deinem Handy auch einfach öfter aussortieren und Ordner anlegen.

Im Falle von eBooks lösche ich Bücher meist wieder, sobald ich sie gelesen habe. Sollte man ein Buch doch nochmal lesen wollen, lässt es sich ja jederzeit wieder kostenlos herunterladen. Auf diese Weise siehst du in deiner Bibliothek immer nur die Bücher, die du in der nächsten Zeit auch wirklich noch lesen möchtest.

Im Zeitalter von Streaming-Diensten sind auch externe Festplatten voller Musik und Filme nicht mehr überlebenswichtig. Lediglich meine Lieblingsplaylists lade ich über Streaming-Dienste herunter, sodass sie unterwegs offline verfügbar sind.

Schalte Benachrichtigungen aus

Unser vorletzter Tipp für mehr digitalen Minimalismus dreht sich um Klingeltöne, Blinken und Vibration. Hat dich schonmal eine Flut aus solchen Reizen völlig überfordert? Selbst wenn dir das bisher erspart geblieben ist – lästig war es sicherlich schon mal.

Natürlich kannst du es dir ganz einfach machen und dein Gerät komplett ausschalten. Was aber, wenn das in deinem Fall keine gute Idee ist? Zumindest die eigene Familie soll dich ja erreichen können. Keine Sorge, auf fast allen Smartphones der letzten Jahre kann man Benachrichtigungen individuell für verschiedene Kontakte festlegen. So kann dich deine Mutter direkt erreichen und dein Team von der Arbeit muss eben warten bis du aktiv nachsiehst.

Ebenso kannst du dir die Ursache für Klingeltöne aussuchen. Es kann eine Menge ausmachen, wenn du Klingeltöne nur für Anrufe aktivierst. Denn wenn es wirklich dringend ist, tendieren die meisten Menschen dazu anzurufen. Zumindest kannst du hier sicher sein, dass es sich nicht um das neueste Katzenfoto aus dem Netz handeln wird.

Womit wir zu den sozialen Medien kommen: Hier raten wir dir, Benachrichtigungen aller Art komplett auszuschalten. Das ist nicht nur ein hilfreicher Tipp für mehr digitalen Minimalismus, sondern auch ein Tipp für deinen Seelenfrieden. Denn gerade bei Twitter, Facebook und Co. sprudelt ein endloser Strom an Geschehnissen vor sich hin ohne jemals zu stoppen.

Um abends rechtzeitig zur Ruhe zu kommen, empfehlen wir dir den “Nicht Stören” Modus zu aktivieren. Damit kannst du Benachrichtigungen aller Art ab einer bestimmten Uhrzeit automatisch ausschalten. So kommt eine Nachricht zwar noch bei dir an, aber du musst dich am späten Abend nicht mehr damit beschäftigen.

So oder so: Lass dich nur über das benachrichtigen, was dir wirklich wichtig ist!

Einer der wichtigsten Tipps zum Thema digitaler Minimalismus: Erkenne deine Nutzungsmuster

Die Nutzung von Internet und Smartphone wird allzu schnell zu einer automatisierten Handlung. Vielleicht erkennst du dich darin wieder: Morgens nach dem Aufstehen im Bett erstmal Social-Media-Kanäle abchecken. Beim Frühstücken durch die Nachrichten des Tages scrollen. Unterwegs beim Warten an der Kasse im Supermarkt kurz schauen was es Neues gibt. Wie oft erwischt du dich dabei, wie du ohne darüber nachzudenken scrollst und immer weiter scrollst. Frag dich selbst: wie viel “Neues” erfährst du hierbei am Ende wirklich?

Das Thema wird auch in der Serie “Black Mirror” (Staffel 5, Episode 2: “Smithereens”) aufgegriffen – sehr empfehlenswert. Es hilft sehr, sich dieser automatisierten Nutzungsmuster bewusst zu werden. Bei Android ist zu diesem Zweck die App “Digital Balance” mit an Bord. Wer dagegen iOS hat, verwendet die mitgebrachte “Bildschirmzeit”-App. So kannst du reflektieren, wie häufig du welche Apps nutzt und, ob du deine Nutzungsmuster ändern möchtest. Wenn du deine Zeit wieder bewusster nutzen möchtest, kannst du mit diesen Apps auch die maximale Nutzungsdauer am Tag festlegen.

Digitale Geräte sind erfunden worden, um dein Leben vereinfachen und nicht unnötig kompliziert oder anstrengend machen. Mit dem Gedanken im Kopf kannst du deine Technik ebenfalls einfach halten. Neugierig geworden? Hier kannst du noch heute anfangen minimalistischer zu leben!

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3 Gedanken zu „Digitaler Minimalismus: Tipps für digitales Aufräumen

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