Me Time – Mehr Zeit für dich selbst schaffen

Me Time - Mehr Zeit für dich schaffen

Du hast all deine Verpflichtungen voll im Griff, aber hast das Gefühl, dass du selbst manchmal zu kurz kommst? Me Time ist hier der Schlüssel. Auf Deutsch bedeutet Me Time so viel wie “etwas Zeit nur für mich selbst”. Du nimmst dir eine Auszeit und tust etwas, das dir einfach nur gut tut. In diesem Artikel zeigen wir dir, wie du Platz für dich selbst in deinem Alltag schaffst.

Warum solltest du gut auf dich achten?

Wie du es auch drehst und wendest, deine Energie ist begrenzt. Schon im Vorfeld mehr zu verplanen als du hast, macht dich nicht nur erschöpft, sondern auch frustriert und unglücklich. Wenn du möchtest, dass morgen ein guter Tag wird, dann hilft es dir, wenn der Tag heute gut ausgeht.

Gehst du pfleglich mit deiner Zeit und Energie um, dann kannst du erleben wie jeder Tag die Chance hat ein Stück besser zu werden als der Tag zuvor. Am Ende hast du selbst in der Hand, ob du dich jeden Abend über alles ärgern willst, was du nicht mehr geschafft hast. Du kannst aber auch die Hälfte machen und damit glücklicher sein.

Warum Me Time gar nicht so einfach ist

Ein Schüler fragte einen Zen Meister: “Wie praktiziert man Zen?”

Der Meister sagte: “Iss, wenn du hungrig bist; schlafe, wenn du müde bist.”

– Buddhistische Geschichte

Vielleicht denkst du dir jetzt : “Das ist doch selbstverständlich.” Aber stimmt das? Wenn du genauer hinschaust, stellst du fest, dass dein Alltag dir jede Menge Strukturen vorgibt. Durch deine Schul- oder Arbeitszeiten steht fest, wann du ins Bett gehen solltest und wann du aufstehen musst. Spätestens bei deiner Jobwahl hast du natürlich ein Wörtchen mitzureden. Aber ich würde mal behaupten, dass bei sehr vielen Menschen die Arbeitszeiten trotzdem nicht 100% zur eigenen inneren Uhr passen. Du schläfst also nicht, weil du müde bist, sondern damit du rechtzeitig zur Arbeit kommst.

Auf der Arbeit selbst gibt dir die Mittagspause vor, wann du zu essen hast. Meine Kollegen gingen früher immer um 12:00 in die Kantine. Am Anfang hatte ich um diese Zeit überhaupt noch gar keinen Hunger. Oder dir ist es wichtig gemeinsam mit deiner Familie zu essen, sobald um 18:00 alle zu Hause sind. Das ist erstmal gar nichts Schlechtes, aber vielleicht hast du eigentlich schon immer eine Stunde früher ordentlich Kohldampf? Diese Beispiele zeigen, dass wir verlernt haben auf unsere eigenen Bedürfnisse zu hören. Stattdessen befolgen wir Routinen, die uns durch starre Strukturen und unser soziales Umfeld vorgegeben werden.

Hinzu kommt, dass wir in stressigen Zeiten eher unsere Me Time, als unsere Verpflichtungen vernachlässigen. Auf der Arbeit muss heute noch dringend etwas fertig werden? Dann lässt du die Mittagspause auch mal ganz ausfallen oder hängst noch ein paar Überstunden dran. Deine Eltern bitten dich nach einem stressigen Tag noch um einen Gefallen? Dann muss deine Auszeit eben noch ein bisschen warten. Am Ende des Tages fehlt dir dann schlichtweg die Zeit für dich, aber morgen ist ja auch noch ein Tag.

Wie du mehr Raum für Me Time schaffst

Bringe mehr Flexibilität in deinen Berufsalltag

Was würde passieren, wenn du deine Bedürfnisse einfach dann erfüllst, wenn sie auftreten? Nun, du würdest vermutlich ein paar merkwürdige Blicke ernten. Nach der Mittagspause ist dir nach einem kurzen Schläfchen? Deine Kollegen würden sicher komisch gucken, wenn du erstmal für 15 mins die Augen zumachst. Oder du hast nach einem ganzen Vormittag am Schreibtisch mal das Bedürfnis dich richtig auszustrecken? Dein Chef wäre wohl irritiert, wenn er an deinem Büro vorbeigeht und dich im herabschauenden Hund vorfindet. Und das wäre wahrscheinlich noch die positivste Reaktion. 

Aber Strukturen können sich auch ändern. Im Gespräch konnten meine Kollegen unseren Chef vor mehreren Jahren schon vom Home-Office-Freitag überzeugen. Er hat festgestellt, dass wir trotzdem unsere Arbeit machen. Und ich für meinen Teil esse tatsächlich mal, wenn mir wirklich danach ist und hänge manchmal noch eine kleine Yoga Session dran. Wenn du so eine Änderung in deinem beruflichen Alltag für schwierig hältst, dann ist es das Abschalten nach der Arbeit umso wichtiger.

Miste deine privaten Verpflichtungen aus

Leider gibt es auch außerhalb der Arbeit ein paar Strukturen, die du nicht beeinflussen kannst. Geschäfte müssen geöffnet sein, um dort einzukaufen. Behörden und Ärzte haben oft nur einen halben Tag geöffnet. Friseure haben Ruhetage. Das heißt, du musst deine privaten Verpflichtungen ein Stück weit um diese Gegebenheiten herumplanen. Daneben gibt es aber auch Dinge, die du dir selbst auferlegst. Vielleicht hast du den Anspruch, dass der Haushalt immer perfekt sein muss oder du gehst jeden Tag frisches Gemüse kaufen. Dann hilft du am Wochenende mal Freunden beim Umzug oder erledigst Besorgungen für deine Eltern. Hier hast du zwei Möglichkeiten, um mehr Zeit für dich selbst zu schaffen: 

1. Du planst einen festen Block für Me Time in deinen Tag ein und kommunizierst diesen auch an dein soziales Umfeld. So hat jeder Verständnis dafür, gleichzeitig wird Me Time so aber auch zu einer weiteren Verpflichtung in deinem Alltag. Das kann ein guter Ansatz für dich sein, wenn es dir schwerfällt aus bestehenden Strukturen auszubrechen. 

2. Du fragst dich bei jeder privaten Verpflichtung: “Ist das gerade wirklich notwendig? Kann das nicht noch warten? Ist mir das wichtig?” Ähnlich wie Minimalisten sich beim Ausmisten fragen, ob sie etwas wirklich noch brauchen. Du mistest quasi bei deinen privaten Verpflichtungen aus und fokussierst dich auf die Wesentlichen. Musst du wirklich heute noch die Wäsche bügeln oder kann das nicht noch bis morgen warten? Muss Wäsche überhaupt gebügelt werden? Und falls es dir wichtig ist, kann das nicht auch mal jemand anders für dich übernehmen? Dadurch bleibt genügend Zeit für dich, wo du frei atmen kannst und deine Gedanken sammelst. Du musst nicht alles alleine stemmen. Sprich offen mit deiner Familie und überlegt euch gemeinsam, wie ihr private Verpflichtungen fair unter euch aufteilen könnt.  

Ideen für deine Me Time

Schaffe dir einen Rückzugsort

Wie kannst du deine neu gewonnene Zeit nun für dich nutzen? Es hilft, wenn du anderen klar sagst, dass sie zu bestimmten Zeiten keine Chance haben dich zu erreichen. Kaum etwas stresst heutzutage so sehr wie die Frage: “Warum bist du nicht ans Telefon gegangen? Ich habe 3x versucht dich anzurufen!” Auch wenn man Familie hat, ist es wichtig sich ab und an zurückziehen zu können. Gib deiner Familie ein klares Signal, wenn du dir etwas Ruhe wünschst. Ihr könntet zum Beispiel die Regel einführen, dass du nicht gestört werden möchtest, wenn du auf deinem Lieblingssessel ein Buch liest oder, wenn die Schlafzimmertür geschlossen ist. 

Finde heraus, was dir gut tut

Vielleicht bist du selber nicht so ganz sicher, was dir am meisten gut tut. Dann führe ein Stimmungstagebuch, um es herauszufinden. Wenn du daran Freude hast, kannst du dich dabei künstlerisch austoben. Möchtest du dich einfach nur besser kennenlernen, geht es auch einfacher: Liste jeden Tag stichpunktartig auf, was du gemacht hast. Bewerte dann auf einer Skala von 1 bis 5 mit welcher Stimmung du aus dem Tag gegangen bist. Du kannst auch einen passenden Smiley malen.

Wenn du etwas hast, das dir wirklich immer gut tut, dann plane regelmäßig etwas von deiner Me Time dafür ein. Mit regelmäßig meine ich natürlich auch nicht “einmal im Jahr”. Lesen kannst du vielleicht wirklich jeden Abend, Sport treiben vielleicht besser zwei bis drei Mal in der Woche. Der Körper braucht schließlich auch Ruhephasen. Kreative Dinge oder auch “Heim und Garten” sind für viele ebenfalls ein beliebter Rückzugsort – eventuell ja auch für dich.

Sei aber auch mal faul, lieg lang im Bett, schau eine Serie, hör Musik oder nasch etwas Süßes. Es sind auch solche Dinge, die deine Energie zusammenhalten und dich daran erinnern, dass du sie tun kannst.

Manchmal kannst du auch etwas völlig “Sinnloses” tun. Nimm dir einige Minuten, um ein Lächeln in den beschlagenen Badezimmerspiegel zu malen, konzentrier dich darauf, deinen Kaffee in die andere Richtung umzurühren oder sing ein Lied aus deiner Kindheit. Du wirst erstaunt sein, was solche Momente mit dir machen.

Versuche nicht ein Übermensch zu sein 

In der heutigen Zeit bekommst du von allen Seiten vorgelebt, wie du deinen Tag minutiös durchplanen kannst – Me Time eingeschlossen. Keine Sekunde darf verschwendet werden. Trotzdem hat ein enormes Maß an Kontrolle nichts mit Perfektion zu tun und auch die Menschen, die von Fitnessprogramm und drei Stunden Morgenroutine erzählen, bleiben den ein oder anderen Tag mal bis mittags im Bett liegen. Das zeigen sie dir nur nicht auf YouTube oder Instagram.

Natürlich ist es wichtig in Bewegung zu bleiben, körperlich wie geistig. Wenn man es mit dem Faul sein übertreibt, beginnt man einzurosten. Wenn du dagegen wirklich jede freie Minute für etwas “Sinnvolles” verplanst, wird dir das auf lange Sicht auch alle Energie entziehen. Spätestens dann, wenn sich etwas, das du eigentlich magst, anfühlt wie eine lästige Pflicht, solltest du darüber nachdenken, woran das liegt. Im Anschluss kannst du einen anderen Rhythmus wählen oder andere Prioritäten setzen.

Kennst du das 3-Tage-Mönch-Syndrom?

Du nimmst dir vielleicht vor jeden Abend eine Stunde zu lesen, eine Stunde zu joggen und auf jeden Fall alle Bildschirme zu meiden. Das machst du drei Tage und am vierten Tag ist alles wieder so wie vorher.

Du hast nicht plötzlich einen unbegrenzten Vorrat an mentaler Energie, um all diese Pläne von einem Tag auf den anderen in dein Leben zu bringen. Du wirst das immer wieder bei anderen sehen, ja – aber sie verraten dir meistens auch nicht wie lang und überlegt sie daraufhin gearbeitet haben.

Ähnlich wie man eine Pflanze mit sehr viel Geduld aufziehen und wachsen lassen muss, gilt das auch mit deinen Gewohnheiten. Wenn du sie flexibel hältst, können sie langsam in deinen Alltag hineinwachsen, ohne dich zu überwältigen. Es ist okay nicht vor dem Schlafengehen zu lesen, wenn du zu müde dafür bist. Höre auf deinen Körper und mach was dir gut tut.

Teilen mit:

6 Gedanken zu „Me Time – Mehr Zeit für dich selbst schaffen

  1. Aljona

    Ein sehr schöner Artikel zu einem wichtigen Thema 🙂 Den Bogen zum Minimalismus bei der Zeiteinteilung zu spannen, fand ich besonders schön. Einige der hier genannten Aspekte (z.B. sich auch mal etwas Sinnloses erlauben) habe ich schon länger im Kopf für einen Blog-Artikel. Vielleicht gibt mir euer toller Artikel jetzt den nötigen Anstoß.

    Übrigens beim Lesen des ersten Satzes „Du hast all deine Verpflichtungen voll im Griff, aber hast das Gefühl, dass du selbst manchmal zu kurz kommst?“ habe ich direkt gedacht:

    Wenn du zu kurz kommst, haben dich eher deine Verpflichtungen im Griff als du deine Verpflichtungen. 😉

    1. genug team

      Hey Aljona,

      immer schön, wenn du vorbeischaust 🙂

      Wir denken es ist immer wichtig, sich daran zu erinnern, dass Minimalismus nicht nur Aufräumen und Zeug wegwerfen ist. Klingt nach einer spannenden Idee, die du da im Kopf hast! Wir würden so einen Artikel auf jeden Fall gerne lesen *weiter anstubs* 🙂

      Du hast natürlich recht, was den ersten Satz angeht 😀 Aber wenn man sich sehr auf die eigenen Verpflichtungen fokussiert, braucht man vielleicht einen „Gedankenshift“.

      Liebe Grüße
      Jennifer

  2. kerstinundshadow

    Hallo, ich mache morgens 5 Minuten Yoga, wenn mein Mann im Bad und mein Sohn im Wohnzimmer sind. Nach der Arbeit singe ich zum Runterkommen drei Lieder und begleite sie mit Ukulele. Genau wie Du schreibst, im Schlafzimmer mit geschlossener Tür. Eine Woche pro Jahr verbringe ich auf einem Segelboot. Dazu darf ich mir regelmäßig Beleidigungen anhören. Das muss man aushalten, wenn man Me Time durchsetzen will.
    Viele Grüße von Kerstin

    1. genug team

      Liebe Kerstin,

      wir denken, jeder sollte die Möglichkeit haben, sich selbst etwas Gutes zu tun. Und die Dinge, die du da nennst, erscheinen uns nicht völlig übertrieben! Das gibt dir dann die Energie auch anderen etwas Gutes zu tun. Diese Energie muss ja irgendwo herkommen. Halt weiter die Ohren steif – es ist gut, dass du auf dich achtgibst!

      Liebe Grüße
      Jennifer & Thomas

  3. Moreno

    „Versuche kein Übermensch zu sein“, wie wahr! Vor allem auf Social Media scheint jeder einen perfekten und durchgeplanten Tag zu haben. Die dunkle Seite des Mondes wird dabei höchst selten offengelegt. So entstehen leicht falsche Bilder und wir beginnen an uns zu zweifeln, wenn wir es nicht so hinkriegen. LG Moreno

    1. genug team

      Lieber Moreno,

      genau, auf Social Media wählt jeder ganz gezielt aus, was er von sich präsentieren möchte! Dagegen hilft, auch auf seine eigenen Erfahrungen und Beobachtungen in der Offline Welt zu vertrauen. Genau wie bei einem selbst nicht alles perfekt läuft, ist das auch bei keinem anderen so.

      Liebe Grüße
      Jennifer

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.