Buchempfehlung: Minimalist Budget von Valentina Palermo

Minimalist Budget Buchempfehlung

Du willst wissen, wie du mit Minimalismus finanzielle Freiheit erreichen kannst? In ihrem Buch “Minimalist Budget” [Amazon-Partnerlink] erklärt Valentina Palermo anschaulich, wie du mit einem minimalistischen Lebensstil deine Ausgaben reduzieren und dein Einkommen erhöhen kannst. Wir haben das englischsprachige Buch für dich gelesen und teilen unsere wichtigsten Erkenntnisse mit dir.

Was Minimalismus mit deinen Finanzen zu tun hat

Minimalisten suchen ihr Glück nicht in materiellen Dingen

Warum möchtest du überhaupt Geld verdienen? Worauf arbeitest du hin in deinem Leben? Die meisten Menschen wollen mehr als einfach nur ein Dach über dem Kopf und etwas zu essen. Sie streben nach Glück im Leben und träumen davon sich eines Tages ein eigenes Haus, ein teures Auto, schöne Designermöbel oder Markenkleidung leisten zu können. Schließlich will man sich auch etwas gönnen, sich für die harte Arbeit belohnen.

Doch machen all diese Dinge wirklich glücklich? Viele stellen enttäuscht fest, dass sie auch nicht glücklicher sind als vorher, wenn sie sich erstmal all diese Dinge leisten konnten. Thomas nennt das gerne “den Orgasmus frisch ausgegebenen Geldes” – so gut er sich im ersten Moment anfühlt, so schnell verfliegt er auch wieder. 

Dennoch rennen so viele Menschen diesen Träumen hinterher, denn schließlich gaukelt uns Werbung ständig vor, dass wir all diese Dinge zu unserem Glück brauchen. Minimalisten erkennen, dass man eine innere Leere auch nicht mit materiellen Dingen füllen kann. Sie betrachten daher Zeit als wertvollstes Gut und suchen ihr Glück in Erlebnissen und gemeinsamer Zeit mit Familie und Freunden. 

Weniger Dinge zu besitzen, bedeutet mehr Zeit

Deine Einstellung zu materiellen Dingen wirkt sich auch auf deine Finanzen aus. Minimalisten erkennen, dass materielle Dinge jede Menge Ressourcen binden. In erster Linie natürlich Geld, denn Dinge wollen gekauft werden. Aber Gegenstände brauchen auch Platz für die Aufbewahrung und nehmen deine Zeit in Anspruch. Du verbringst Zeit damit sie zu besorgen, zu nutzen, zu reinigen, zu pflegen, zu organisieren, zu reparieren, zu entsorgen und so weiter und so fort. 

Weniger materielle Dinge zu besitzen, bedeutet mehr Zeit. Wie du die gewonnene Zeit nutzt, bleibt dir überlassen. Du könntest sie für Aktivitäten aufwenden, die du wirklich gerne machst. Gleichzeitig kannst du mit deiner gewonnenen Zeit auch Aktivitäten nachgehen, die dir helfen zu wachsen oder Einkommen zu generieren. Du wolltest zum Beispiel schon immer dein eigenes Buch schreiben, aber irgendwie fehlte dir einfach immer die Zeit? Dann ziehe die Möglichkeit in Betracht, dass es auch materielle Dinge sind, die deine Zeit binden.

Wie du finanzielle Freiheit erreichst

Wenn du finanziell unabhängig werden willst, gibt es laut Valentina Palermo genau zwei Stellschrauben: 1. Reduziere deine Ausgaben und 2. Erhöhe deine Einnahmen. Soweit so simpel. 

Um den ersten Punkt anzugehen, empfiehlt die Autorin dir einen umfassenden Überblick über deine Finanzen zu verschaffen, teure Gewohnheiten zu erkennen und ein Budget festzulegen. Für den zweiten Punkt solltest du im Idealfall mehrere passive Einkommensströme aufbauen, denn dadurch kannst du deine Einnahmen erhöhen ohne gleichzeitig deine Zeit zu binden.

Denke in Zeit und nicht in Geld

Da Zeit für Minimalisten das wertvollste Gut ist, macht es Sinn nicht in Geld, sondern in Arbeitsstunden zu denken. Wenn du ein tolles Paar Sneakers im Schaufenster siehst, dann denke nicht: Super Angebot, die kosten sonst 50 Euro mehr! Sondern frage dich: Sind diese Sneakers wirklich 6 Stunden meiner Arbeitszeit wert? Mir ist aufgefallen, dass mich das selbst oft von einem Kauf abgehalten hat, als ich während dem Studium noch Nebenjobs für den Mindestlohn gemacht habe. Und am Ende war das auch gut so, denn Dinge, die mich wirklich glücklich gemacht hätten, wären mir sicher auch etwas mehr von meiner Zeit wert gewesen. Wenn du also nicht so den Bezug zu Geld hast, dann hilft dir diese Frage intuitiv einzuschätzen, wie viel Gegenwert etwas für dich persönlich hat.

Kaufe nur Dinge, die du brauchst und, die dir Freude bereiten

Minimalismus hilft dir dabei deine Ausgaben zu reduzieren, indem du dich nur auf die Dinge fokussierst, die dir Freude bereiten. Auch Minimalisten kaufen sich neue Dinge, aber fragen sich dabei: Brauche ich das wirklich? Und macht mich das glücklich? Wichtig ist allerdings sich wirklich immer beide Fragen zu stellen. Denn nur weil dich ein Porsche vielleicht glücklicher macht als ein Opel, macht es nicht unbedingt Sinn mehr als nötig für ein und denselben Zweck zu bezahlen: Fortbewegung.

Teure Gegenstände ziehen nämlich oft einen ganzen Rattenschwanz hinter sich her, der gar nicht glücklich macht. Ein Porsche schluckt mehr Benzin und das bei den ständig hohen Benzinpreisen, du musst vielleicht einen größeren Kredit aufnehmen – kurzum, all diese Extras schmälern dein Glück, weil sie dich mental und finanziell belasten.

Erkenne teure Gewohnheiten

Im schlimmsten Fall geht es dir wie mir und du hast wirklich gar keinen Überblick über deine Finanzen. Bevor ich Minimalist Budget gelesen habe, wusste ich lediglich, dass mein Kontostand im Plus ist und das hat mir gereicht. Ich dachte irgendwie immer, als Minimalist sollte ich mit der Zeit von ganz alleine mehr Geld ansparen. Tatsächlich hat sich da aber über das letzte Jahr nicht viel getan.

Kurzum: Wenn du sparen willst, brauchst du einen genauen Überblick über deine Ausgaben. Erst dann erkennst du Gewohnheiten, die dich jeden Monat viel zu viel Geld kosten und weißt, welche Ausgaben du reduzieren kannst. Die Autorin hat zum Beispiel festgestellt, dass sie viel zu viel Geld für Kaffee ausgibt. Das geht sicherlich vielen so, denn ein einzelner Coffee-to-Go kostet doch gerade mal 2-3 Euro. Aber wenn der Coffee-to-Go zu einer täglichen Gewohnheit wird, sind es schon 90 Euro im Monat. 

Wenn du deine Ausgaben über eine gewisse Zeit beobachtest, hilft dir das solche automatisierten kostspieligen Gewohnheiten zu erkennen und Alternativen in deinen Alltag einzubauen. Es ist zum Beispiel deutlich günstiger, wenn du dir einmalig einen hochwertigen Thermosbecher anschaffst und dir dann täglich zu Hause deinen Coffee-to-Go zubereitest.

Sei clever mit deiner Finanzplanung

Vielleicht geht es dir wie mir und Finanzplanung gehört nicht unbedingt zu den Aktivitäten, die du genießt. Verwende also so wenig Zeit wie möglich, aber so viel Zeit wie nötig auf deine Finanzplanung. Du brauchst keine aufwändigen Diagramme, Statistiken und Berechnungen. Alles was zählt ist das Verhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben. 

Im Idealfall ergeben deine Einnahmen minus deine Ausgaben eine positive Summe und im allerbesten Fall wächst diese Summe ständig. Lege am besten Budgets für bestimmte Kategorien an Ausgaben fest, um sicherzustellen, dass deine Ausgaben unter deinen Einnahmen bleiben.

In Minimalist Budget empfiehlt die Autorin eine Excel-Tabelle oder Apps, mit denen du deine Finanzplanung automatisieren kannst. Ich persönlich habe daraufhin die kostenpflichtige App Wallet ausprobiert. Bisher kann ich die App nicht uneingeschränkt empfehlen, weil nicht alle meine Konten problemlos aktualisiert werden.

Aber die Grundidee finde ich gut: Du kannst die App mit deinen Bankkonten verbinden und die App ruft dann auf Anfrage automatisch deine Einnahmen und Ausgaben ab. Am besten finde ich, dass man Budgets für bestimmte Kategorien an Ausgaben festlegen kann. Man erhält dann eine Benachrichtigung, wenn das Budget bald überschritten wird. Schreibt gerne in die Kommentare, wenn ihr eine App dieser Art uneingeschränkt empfehlen könnt!

Erhöhe dein Einkommen durch passive Einkommensströme

Ist es verwerflich, wenn man als Minimalist sein Einkommen erhöhen will? Nein, denn Minimalismus heißt ja nicht mit so wenig Geld wie möglich auskommen, sondern mehr Fokus aufs Wesentliche. Ein höheres Einkommen ermöglicht dir finanzielle Freiheit. Das bedeutet du bist nicht mehr zwingend von einem Vollzeitjob abhängig. 

Du möchtest so viele Dinge lernen, kreativen Hobbies nachgehen, um die Welt reisen oder mehr Zeit mit Familie und Freunden verbringen? All das ist möglich, wenn du dein Einkommen nicht von deiner Zeit abhängig machst. Du kannst selbst bei maximaler Willenskraft und Disziplin nicht mehr als 24 Stunden am Tag arbeiten. Mit deiner eigenen Zeit hast du also nur begrenzte Möglichkeiten Geld zu verdienen.

Die Autorin empfiehlt daher nach und nach mehrere passive Einkommensquellen auszubauen und das im Idealfall mit Aktivitäten zu verbinden, die du gerne machst. Du zeichnest gerne? Dann versuche deine Kunst online zu verkaufen. Du fotografierst gerne? Dann lasse dich für jeden Download auf Stock-Photo-Portalen bezahlen oder biete einen Online-Kurs an. 

Interessant finde ich auch den Gedanken der Autorin, dass man nicht immer alles selbst machen muss. Dich reizt ein eigener YouTube-Kanal, aber du hast keine Ahnung, keine Tools oder keine Lust auf Videobearbeitung? Dann mach den Teil, der dir Spaß macht und beauftrage Freiberufler für andere Teilaufgaben. Gerade am Anfang ist es aber immer gut ohne große Investitionen mit einem Projekt zu beginnen und selbst auch viel dabei zu lernen.

Lerne etwas übers Investieren

Zu guter Letzt stellt sich die Frage: Wohin mit deinem Geld? Wenn du deine Ausgaben reduzierst und passives Einkommen generierst, dann solltest du mit der Zeit Ersparnisse ansammeln. Das ist auch gut so, damit du bei unerwarteten Ereignissen zur Not eine Zeit lang davon leben kannst. 

Wenn du aber Geld über deine Notfallersparnisse hinaus einfach auf deinem Konto liegen lässt, dann arbeitet die Zeit gegen dich. Denn durch die Inflation verliert dein Geld täglich an Wert. Du kannst den Wertverlust auffangen oder sogar noch mehr passives Einkommen generieren, wenn du dein Geld immer wieder investierst. 

Hierbei ist allerdings wichtig, dass du verstehst, in was du investierst, denn Aktien und Immobilien sind auch immer risikobehaftet. Wenn sich deine Kunst online nicht verkauft, dann hast du nicht viel verloren, weil du vielleicht sowieso gezeichnet hättest. Wenn du an der Börse spekulierst, sieht das anders aus. 

Hinterfrage dein Lebensziel, dein Mindset und deine Gewohnheiten

Kommen wir nochmal zurück zur Ausgangsfrage: Worauf arbeitest du hin in deinem Leben? Deine Antwort auf diese Frage beeinflusst entscheidend deine Finanzplanung. Wenn du beispielsweise mit 35 Jahren in Rente gehen willst und danach frei über deine Zeit bestimmen willst, dann reichen die Ersparnisse aus einem Vollzeitjob nicht aus. Stattdessen musst du so früh wie möglich neue Einkommensquellen generieren. 

Fakt ist aber auch, dass selbst passive Einkommensquellen vor allem am Anfang mit Arbeit verbunden sind. Du erstellst nicht einfach so einen YouTube-Kanal, der über Nacht zu einer Gelddruck-Maschine wird. Kurzfristige Belohnungen wie ein neues Paar Sneaker sind häufig verlockender als die Aussicht eines Tages mal finanziell unabhängig zu sein. Du brauchst deshalb eine genaue Vorstellung von deinem Lebensziel und warum du damit glücklich sein wirst. Das motiviert dich das Projekt “YouTube” durchzuziehen und deine selbst festgelegten Budgets einzuhalten.

Führe dir außerdem vor Augen, dass deine jetzigen Gewohnheiten bestimmen, wo du in sechs Monaten stehen kannst. Die Autorin von Minimalist Budget hat beispielsweise erkannt, dass stundenlang Netflix schauen und durch Instagram scrollen sie ihrem Traum von finanzieller Unabhängigkeit nicht näher bringen wird. Von einem Tag auf den anderen hat sie Netflix und Social Media aus ihrem Leben verbannt. In der gewonnenen Zeit hat sie sich daran versucht Bücher zu schreiben, einen Blog aufzubauen und YouTube-Videos zu machen.

Ihre Erkenntnis: Wenn du dich nicht auf eine Sache fokussierst, dann wirst du damit auch kein nachhaltiges Einkommen generieren können. Fokussiere dich auf das eine Projekt, wo du bereit bist mindestens zwei Jahre dranzubleiben! 

Sabotiere dich außerdem nicht selbst, indem du dir mentale Hürden setzt. Gehörst du auch zu denen, die von sich behaupten: Ich könnte nie ein Buch schreiben? Wenn du das so sagst, dann hast du auch recht. Denn bevor du produktive Gewohnheiten entwickeln könntest, die dich deinem Ziel näher bringen (z.B. jeden Tag 10 Minuten schreiben), musst du erst diese mentalen Hürden abbauen.

Fazit zu Minimalist Budget

Ich sage immer, ein Buch ist nur gut, wenn es auch etwas mit dir macht. Im Idealfall bringt es nicht nur zum Nachdenken, sondern du änderst auch etwas in deinem Leben. Minimalist Budget von Valentina Palermo hat mich persönlich definitiv inspiriert. 

Ich versuche zum ersten Mal mit einer App konsequent meine Ausgaben nachzuverfolgen. Dadurch habe ich erkannt, dass ich anfällig für Online-Angebote bin: Oh, ein Udemy-Kurs ist schon wieder von 199,99€ auf 9,99€ reduziert! Wir beide haben überlegt, ob wir aus unseren Hobbies wie Pixel Art oder Fotografieren nicht passives Einkommen generieren könnten. Und ich habe mich eingehend mit ETF-Portfolios beschäftigt, um endlich herauszufinden, was ich mit meinem Ersparnissen machen kann.

Das Buch verbindet die Themen Minimalismus und Finanzen auf eine simple Art und Weise. Für Experten auf der Suche nach Anlagestrategien zu grundlegend, aber für Finanz-Neulinge mit Interesse an Minimalismus genau das Richtige!

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