Ausmisten: Minimalismus Methoden für Einsteiger

Ausmisten Minimalismus

Wenn du nicht gerade ein geborener Minimalist bist, dann ist das Ausmisten für dich wahrscheinlich der Einstieg in den Minimalismus. Viele erleben durch das Ausmisten zum ersten Mal, wie befreiend es sein kann, wenn man nicht mehr von seinem eigenen Besitz erdrückt wird. Wer mit dem Ausmisten anfangen will, fühlt sich aber oft erst einmal überfordert. Wo fange ich am besten an und wie gehe ich vor? In unserem ultimativen Guide zum Ausmisten geben wir dir alles was du brauchst, um direkt loszulegen!

5 Einsteiger Tipps zum Ausmisten

Tipp 1: Führe dir deine Motivation vor Augen

Warum möchtest du eigentlich ausmisten? Was versprichst du dir davon? Darüber solltest du dir vorher im Klaren sein, denn Ausmisten kostet Zeit und Energie! Du wirst ständig abwägen und kritisch hinterfragen, welche Gegenstände du weggeben möchtest und das kann manchmal durchaus emotional werden. Für manche ist das eigentliche Aussortieren auch gar nicht das Schwierigste. Aber hinterher alles loszuwerden kostet definitiv Zeit und Energie: Angebote bei ebay Kleinanzeigen reinstellen, früh aufstehen und stundenlang auf dem Flohmarkt stehen, Kisten schleppen und an ein Sozialkaufhaus spenden, und so weiter und so fort. 

Um dran zu bleiben, solltest du dir also einmal vor Augen führen, welche Vorteile du dir vom Einstieg in den Minimalismus und vom Ausmisten versprichst. Möchtest du mehr Platz und Ordnung in deiner Wohnung haben? Willst du in eine kleinere Wohnung ziehen und dadurch Geld sparen? Möchtest du weniger Entscheidungen treffen müssen zum Beispiel morgens vor dem Kleiderschrank? Oder möchtest du mehr Zeit haben für die Dinge, die dir wirklich wichtig sind?

Tipp 2: Stelle jeden Gegenstand in Frage

Um Entscheidungen beim Ausmisten zu treffen, hat es sich bewährt Gegenstände in die Hand zu nehmen und dabei in sich hineinzuhorchen. Macht dich dieser Gegenstand glücklich? Wenn er verloren ginge, würdest du ihn noch einmal kaufen? Behältst du ihn nur, weil er teuer war? Behältst du ihn nur, weil er ein Geschenk war? Manchmal stellen wir dann fest, dass uns einige Gegenstände tatsächlich ein schlechtes Gefühl geben. Zum Beispiel die hässliche Vase, die nur bei uns auf der Fensterbank steht, weil sie ein Geschenk von einem lieben Menschen war. Oder die mega teure Jeans, die uns schon länger nicht mehr passt, aber es wäre irgendwie schade ums Geld. Ich will nicht abstreiten, dass es sich erstmal schlecht anfühlen wird, diese Dinge auszumisten. Am Ende vergeht das Gefühl aber schneller als du denkst und du wirst froh sein, dich endlich von diesen Dingen befreit zu haben.

Dazu kannst du dir selbst auch noch ein paar pragmatische Fragen stellen: Hast du den Gegenstand im letzten Jahr überhaupt einmal benutzt? Ist der Gegenstand nützlich für dich persönlich? Wenn ja, besitzt du den Gegenstand bereits mehrmals? In diesem Fall entscheide dich für das qualitativ hochwertigere oder optisch ansprechendere Exemplar. Bei manchen Gegenständen macht es sicher Sinn mehrere zu besitzen, aber auch hier kannst du dir über ein sinnvolles Maß Gedanken machen.

Tipp 3: Fange klein an

Wir Menschen neigen dazu, uns gerade am Anfang immer zu viel vorzunehmen. Und oft geben wir dann auf, bevor wir unser Ziel erreicht haben. Vielleicht hat dich gerade ein Buch, ein Blogartikel oder eine Doku über Minimalismus inspiriert und du bist top motiviert mit dem Ausmisten anzufangen? Dann ist es natürlich richtig, den Motivationsschwung auszunutzen und direkt anzufangen! Aber wenn du dir an einem Wochenende direkt deine ganze Wohnung vornimmst, dann wirst du dich wie nach einem richtig anstrengenden Umzug fühlen. Am Ende soll dir das Ausmisten doch ein gutes Gefühl geben! Das kannst du ganz einfach erreichen, indem du kontinuierlich in kleineren Portionen ausmistest. Jeden Tag nur wenige Minuten, jeden Tag nur ein Teil oder jeden Tag nur einen Bereich (z.B. eine Schublade).

Tipp 4: Mit den einfachen Dingen beginnen

Ausmisten kann emotional sehr anstrengend sein, denn vor allem auf dem Dachboden oder im Keller findet man dann häufig Dinge, die einen an gute oder schlechte Zeiten erinnern. Vielleicht alte Liebesbriefe, den Sonntagsmantel der verstorbenen Oma oder das erste Kuscheltier. Einige Dinge lassen sich sehr gut digitalisieren, zum Beispiel kannst du alte Briefe einscannen und digital abspeichern. Hier musst du aber auch erstmal für dich selbst herausfinden, ob die digitale Version dir dasselbe gute Gefühl gibt. Bei anderen Dingen hilft es eine Auswahl zu treffen – vielleicht musst du nicht alle Zeichnungen aus deiner Kindheit aufbewahren, sondern entscheidest dich für deine Lieblingszeichnungen?

Grundsätzlich ist es aber leichter, sich von “unemotionalen” Gegenständen zu trennen. Deshalb fällt dir der Einstieg wahrscheinlich leichter, wenn du in der Küche oder im Badezimmer anfängst. Bei einer Schublade voller Besteck oder bei abgelaufenen Kosmetika sind wir meistens weniger zimperlich. Gerade am Anfang kannst du auch gemeinsam mit einer anderen Person ausmisten. Oft bekommt man eine andere Perspektive zum eigenen Besitz, wenn jemand weniger emotional damit verbunden ist.

Tipp 5: Respektiere den Besitz deiner Mitbewohner

Du bist vom Minimalismus begeistert und möchtest ordentlich ausmisten? Schön. Das trifft aber vielleicht nicht auf deinen Partner, deine Kinder oder deine WG-Mitbewohner zu. Es kann frustrierend sein, wenn du deinen eigenen Besitz reduziert hast, aber die Wohnung insgesamt trotzdem noch sehr voll aussieht (wegen den nicht-konvertierten Mitbewohnern). Trotzdem ist es wichtig, die persönlichen Gegenstände deiner Mitbewohner zu respektieren. Wenn zum Beispiel der eigene Partner sein viel zu selten getragenes Lieblingshemd im Müll wiederfindet, hat das sicher negative Auswirkungen auf das zukünftige Zusammenleben. Es kann aber helfen, klare persönliche Bereiche festzulegen. Vielleicht bekommt jeder im Badezimmer ein eigenes Regalfach, sodass dein minimalistisches Fach nicht mehr von deinen Mitbewohnern befüllt werden darf.

Minimalismus Methoden zum Ausmisten

Methode 1: No-Buy Challenge

Diese Methode eignet sich vor allem gut, um vorhandene Vorräte wie Lebensmittel, Kosmetikartikel oder Bastelmaterialien zu reduzieren. Streng genommen wird eigentlich gar nichts ausgemistet, sondern man kann die No Buy Challenge mehr als Vorbereitung aufs Ausmisten sehen. Stattdessen versuchst du für einen festgelegten Zeitraum nichts Neues zu kaufen. Du kannst dabei den Zeitraum selbst festlegen und erlaubte Ausnahmen. Zum Beispiel könntest du dir erlauben neue Lebensmittel zu kaufen, aber nur wenn sich aus deinen vorhandenen Lebensmitteln kein Rezept mehr umsetzen lässt. Oder du erlaubst dir defekte Geräte zu ersetzen, wenn du sie nicht mehr reparieren kannst. Du kannst selbst entscheiden, wie streng deine Regeln sind!

Methode 2: Imaginäre Entdeckungstour

80% unserer Zeit verwenden wir nur 20% der Gegenstände, die wir besitzen. Als Vorbereitung auf das Ausmisten, kannst du dich gedanklich damit auseinandersetzen, welche Gegenstände du wirklich häufig benutzt. Verlasse dazu am besten deine Wohnung und nimm einen Notizblock mit. Setze dich zum Beispiel draußen in einen Park und gehe gedanklich durch deine Wohnung. Welche Gegenstände kommen dir in den Sinn? Schreibe alle auf und gehe dann zurück nach Hause. Du wirst überrascht sein, wie viele Gegenstände dir gar nicht in den Sinn gekommen sind. Alle Gegenstände, die nicht auf deiner Liste stehen, sind somit potenzielle Kandidaten fürs Ausmisten.

Methode 3: Die Salami-Taktik

Mit der Salami-Taktik kannst du unseren dritten Tipp sehr gut umsetzen: Fange klein an! Denn nach dieser Minimalismus-Methode nimmst du dir immer nur einen kleinen Bereich deiner Wohnung vor, sodass sich das Ausmisten leichter in deinen Alltag integrieren lässt. Du kannst zum Beispiel Schublade für Schublade, Regal für Regal oder Schrank für Schrank vorgehen – du entscheidest. In jedem Fall gilt: Räume zuerst alle Gegenstände raus und säubere die Stellfläche mit einem feuchten Tuch. Leg erst dann wieder alle Gegenstände hinein, die du wirklich behalten möchtest. Das vorherige Saubermachen ist wichtig, weil du dann mit höherer Wahrscheinlichkeit nur Dinge wieder einlagerst, die auch einen Platz auf der sauberen Fläche “verdient” haben.

Methode 4: KonMari-Methode

Die japanische Beraterin Marie Kondo hat mit ihrem Buch Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen ihr Leben verändert” [Amazon-Partnerlink] einen regelrechten Hype ums Ausmisten ausgelöst. In der Netflix-Serie “Aufräumen mit Marie Kondo” kannst du ihre sogenannte KonMari-Methode in Aktion sehen. Bei der KonMari-Methode wird beim Ausmisten nicht Raum für Raum, sondern nach verschiedenen Kategorien von Gegenständen vorgegangen. Marie Kondo unterscheidet zwischen Kleidung, Büchern, Papierkram, Komono (“Verschiedenes”) und Erinnerungsstücken. 

Wenn du dir beispielsweise die Kategorie Bücher vornimmst, dann trage absolut alle Bücher aus deiner Wohnung an einem Ort zusammen. Dann halte jedes Buch nacheinander in der Hand und frage dich, ob es bei dir ein Glücksgefühl auslöst (Englisch: “Does it spark joy?”). Wenn ein Buch kein Glücksgefühl bei dir auslöst, dann bedanke dich und sortiere es aus. Geh erst zur nächsten Kategorie an Gegenständen über, wenn du für alle Bücher eine Entscheidung getroffen hast. Die KonMari-Methode sieht vor, dass du den Ausmist-Prozess innerhalb von vier Wochen beendest, damit du möglichst bald nur noch von Gegenständen umgeben bist, die dich glücklich machen. 

Methode 5: Kisten-System

Diese Methode lässt sich sehr gut mit der Salami-Taktik oder KonMari-Methode kombinieren. Beide Methoden sehen vor, dass du ein Teil nach dem anderen in die Hand nimmst und dir dann Fragen stellst. Zum Beispiel: Macht mich das Teil glücklich? Brauche ich den Gegenstand wirklich? Manchmal fällt es uns aber schwer, direkt eine endgültige Entscheidung zu treffen. In dem Fall kannst du dir vorher vier Kisten bereitstellen und wie folgt beschriften: 1. Will ich behalten, 2. Will ich verkaufen, verschenken oder spenden, 3. Weiß ich noch nicht und 4. Muss ich entsorgen. Die dritte Kiste kannst du dann erst einmal für einen Monat in einen Schrank oder einen Abstellraum stellen. Wichtig ist, dass du die Inhalte für eine Weile nicht siehst. Nach diesem Zeitraum fällt es dir wahrscheinlich leichter, eine Entscheidung zu treffen.

Methode 6: Umgedrehte Kleiderbügel

Gerade im Kleiderschrank gibt es oft besonders viel Potenzial zum Ausmisten. Um festzustellen, welche Kleidungsstücke du tatsächlich gerne und oft trägst, dreh am besten alle Kleiderbügel in deinem Schrank um. Immer wenn du ein Kleidungsstück getragen hast, dann hänge es richtig herum wieder zurück in den Schrank. Nach einem Jahr kannst du dann genau sehen, welche Kleidungsstücke du ein ganzes Jahr lang nicht getragen hast. Die Voraussetzung dafür ist, dass du vorher absolut alle Kleidungsstücke auf Kleiderbügel hängen kannst. Wenn das nicht der Fall ist, kannst du die Methode auch leicht abwandeln. In einer Schublade kannst du zum Beispiel alle getragenen Teile von der linken auf die rechte Seite legen. Oder du drehst einfach alle Kleidungsstücke auf links und legst die getragenen Teile dann auf rechts gedreht zurück in den Schrank.

Methode 7: Sich für etwas statt gegen etwas entscheiden

Mit dieser Minimalismus-Methode fühlt sich das Ausmisten gleich viel weniger negativ an. Wenn du dich für Dinge entscheiden musst, von denen du dich trennen kannst, dann klingt das direkt so negativ. Stattdessen kannst du das Ausmisten aber auch anders angehen und dich bewusst für die Dinge entscheiden, die du gerne behalten möchtest. Besonders gut geht das bei Kleidungsstücken: Stelle dir aus deinen Lieblingskleidungsstücken genügend Outfits für eine Woche zusammen. Zusätzlich vielleicht noch ein Sport-Outfit und ein Outfit für besondere Anlässe – je nach deinen Bedürfnissen. Die übrigen Kleidungsstücke kannst du dann mit einem besseren Gefühl aussortieren, denn es ist zumindest sichergestellt, dass deine Lieblingsstücke nach wie vor im Schrank sind. Ein positiver Nebeneffekt: Wenn du dir Fotos von deinen zusammengestellten Outfits an die Innenseite der Kleiderschranktür klebst, dann weißt du morgens immer direkt, welche Kleidungsstücke du gut kombinieren kannst!

Methode 8: Korb-Methode

Der Hintergedanke bei dieser Methode ist den Shopping-Prozess umzukehren. Normalerweise legst du beim Einkaufen alles in den Einkaufskorb, was dir gefällt. Jetzt gehst du mit einem Korb durch deine Wohnung – an deinen Schränken und Regalen vorbei – und legst alles hinein, was dir nicht mehr gefällt. Das machst du so lange bis der Korb voll ist. Wenn du jede Woche so einen umgekehrten Einkauf machst, kommt da nach einer gewissen Zeit schon einiges zusammen.

Methode 9: 30-Day Minimalism Game 

Das sogenannte Minimalism Game wurde von Joshua Fields Millburn und Ryan Nicodemus ins Leben gerufen. Dieser Ansatz ist genau das Richtige, wenn du eine Herausforderung möchtest! Das Minimalism Game wird einen Monat lang gespielt. Die Regeln: 1. Jeden Tag ein Teil mehr als am vorherigen Tag ausmisten. Das heißt am ersten Tag ein Teil ausmisten, am zweiten Tag zwei Teile, und so weiter. 2. Die ausgemisteten Gegenstände müssen jeweils bis Mitternacht das Haus verlassen haben. Wie du das anstellst bleibt dir überlassen – verschenken, spenden, entsorgen – alles ist erlaubt! Nach 30 Tagen hast du dann 465 Gegenstände ausgemistet! Am besten spielst du gemeinsam mit einem Freund, dann könnt ihr euch gegenseitig motivieren. Du kannst das Spiel natürlich auch abwandeln und zum Beispiel ein Jahr lang jeden Tag immer nur einen Gegenstand aussortieren – so kommst du auch auf 365 Gegenstände nach einem Jahr!

Methode 10: Packing Party

Noch eine etwas radikalere Methode von den Minimalists: Die Packing Party. Während Joshua Fields Millburn sich über einen längeren Zeitraum von unnötigem Ballast befreit hat, wollte Ryan Nicodemus den Prozess beschleunigen. Seine Idee: Packe deinen gesamten Besitz in Kartons ein wie bei einem Umzug. In den nächsten 3 Wochen darfst du dir aus den Kartons wieder Gegenstände herausnehmen, die du benötigst. Bei Ryan Nicodemus waren am Ende noch 80% aller Gegenstände in Kartons eingepackt und er hat diese dann gespendet oder entsorgt. Auch hier kannst du den Zeitraum wieder verlängern und zum Beispiel erst nach einem Jahr schauen, wie viel noch eingepackt ist.

Passend dazu können wir auch den Film “My Stuff – Was brauchst du wirklich?” empfehlen. Der finnische Filmemacher Petri Luukkainen räumt seine Wohnung komplett leer und bringt alles in einen Lagercontainer. Und mit alles meinen wir wirklich alles, denn Petri rennt nackt von seinem Container zurück nach Hause. Ein Jahr lang darf er jeden Tag genau einen Gegenstand aus dem Lager zurückholen. Durch das Selbstexperiment erkennt er, welche Dinge für ihn am wichtigsten sind.

Methode 11: Eat the Frog First

Vielleicht kennst du diese Methode schon aus deinem alltäglichen Arbeitsleben: “Erledige die unangenehmen Dinge zuerst”. Danach geht dir der restliche Arbeitstag deutlich leichter von der Hand. Genau dieses Prinzip lässt sich auch auf das Ausmisten beim Einstieg in den Minimalismus anwenden. Wähle genau einen Lieblingsgegenstand aus, den du nicht wirklich brauchst. Wirf diesen Gegenstand dann nicht weg, sondern verschenke oder spende ihn. Wahrscheinlich fällt dir diese Entscheidung nicht leicht, aber danach sollten alle weiteren Entscheidungen beim Ausmisten keine Herausforderung mehr für dich sein. Eine kurze Anmerkung von uns: Wir denken, dass man sich von Lieblingsgegenständen grundsätzlich nicht trennen sollte, wenn sie einen glücklich machen. Aber jeder Mensch ist anders und vielleicht ist das für dich ja genau der richtige Ansatz.

Was tun nach dem Ausmisten

Option 1: Verkaufen

Insbesondere teure und gut erhaltene Gegenstände kommen für den Verkauf in Frage. Du kannst deine Gegenstände nach dem Ausmisten zum Beispiel auf dem Flohmarkt oder an Second-Hand Shops verkaufen. Alternativ kannst du Anzeigen bei passenden Facebook-Gruppen oder ebay Kleinanzeigen einstellen. Auf Kleiderkreisel findest du für gut erhaltene Kleidungsstücke oft einen Abnehmer und auf Mamikreisel kannst du Babyartikel verkaufen. Diese Methoden sind allerdings oft mit sehr viel Aufwand verbunden. Auf dem Flohmarkt wirst du zum Beispiel selten alles auf einmal los und bei Online-Portalen musst du den Versand organisieren.

Aus diesem Grund sind Ankaufportale insbesondere bei großen Mengen an Gegenständen oft eine bessere Alternative. Ankaufportale wie momox, reBuy oder Wirkaufens fokussieren sich meistens auf Elektronikgeräte (z.B. alte Handys, Laptops, Konsolen) oder gebrauchte Medienartikel (z.B. Bücher, DVDs, Videospiele). Bei Ankaufportalen bekommst du häufig nur sehr wenig Geld für einen einzelnen Artikel, aber dafür kannst du eine große Menge in einem Paket versenden und sparst dadurch Versandkosten. Auf dem Vergleichsportal recyclingmonster kannst du herausfinden, bei welchem Portal du für deine Artikel am meisten Geld bekommen kannst.

Option 2: Tauschen

Manchmal findest du keinen Käufer für deine Artikel, aber möchtest deine Gegenstände trotzdem nur gegen einen entsprechenden Gegenwert hergeben. In diesem Fall kannst du versuchen deine Gegenstände in Facebook-Gruppen zu tauschen. Alternativ kannst du auch Kleidertauschpartys zum Beispiel unter Freunden und Familie organisieren. So machst du jemand anderen glücklich, aber bekommst auch selbst etwas, dass dir besser gefällt. Überlege dir aber am besten vorher, welche Dinge du wirklich gebrauchen kannst. Ansonsten bekommst du durch den Tausch möglicherweise Dinge, die du dann später wieder ausmisten möchtest – was der Grundidee des Minimalismus eher widerspricht. 

Option 3: Verschenken

Du wirst feststellen, dass sich viele Gegenstände leider nicht mehr zu einem angemessenen Preis verkaufen lassen. Du selbst weißt vielleicht noch ganz genau, wie viel du eines Tages einmal für deine Büchersammlung bezahlt hast. Aber auf dem Flohmarkt versucht man dich auf 50 cent pro Buch runterzuhandeln. Bei Ankaufportalen bekommst du für viele Bücher leider auch nicht großartig mehr Geld. Und die Erfahrung wirst du vermutlich nicht nur mit Büchern machen. In dem Fall gefällt es dir vielleicht besser ganz bewusst Menschen aus deinem Umfeld eine Freude zu machen. Überlege zum Beispiel wer sich aus deinem Freundes- und Bekanntenkreis über bestimmte Dinge freuen könnte und verschenke sie! Alternativ kannst du auch eine Kiste füllen und mit einem “Zu verschenken”-Schild in den Hausflur oder an den Straßenrand stellen. Denke nur daran, die Kiste auch wieder wegzuräumen, wenn nach einer gewissen Zeit immer noch nicht alle Gegenstände mitgenommen wurden.

Option 4: Spenden

Alternativ kannst du gut erhaltene Gegenstände nach dem Ausmisten auch für einen guten Zweck spenden. Über das ehrenamtliche Projekt “Wohin Damit?” findest du soziale Einrichtungen in deiner Stadt, die Sachspenden annehmen. Du kannst dort auch direkt sehen, welche Spenden dort angenommen werden. Die Einrichtungen müssen sich bei der Webseite selbst eintragen, deshalb bekommst du dort vor allem in größeren Städten eine gute Auskunft. Ansonsten nehmen zum Beispiel Sozialkaufhäuser, Obdachlosenheime, Flüchtlingsheime, Frauenhäuser, Schulen, Büchereien, Tierheime, die Caritas, das Deutsche Rote Kreuz und die Tafel gerne Spenden an. Erkundige dich am besten immer vorher, was konkret gebraucht wird.

Option 5: Upcycling

Defekte oder leicht verschmutzte Gegenstände kannst du auch durch Upcycling für einen neuen Zweck verwenden. Diese Option eignet sich besonders, wenn du Spaß am Basteln oder Nähen hast. Insbesondere aus kaputter Kleidung lässt sich oft noch etwas anderes basteln. Du kannst zum Beispiel aus einem abgetragenen T-Shirt einen Einkaufsbeutel herstellen – innerhalb von 5 Minuten und ohne Nähmaschine. Sei kreativ!

Option 6: Entsorgen

Zu guter Letzt bleibt nur noch die Option des Wegwerfens. Insbesondere wenn du einen nachhaltigen Minimalismus leben möchtest, solltest du beim Ausmisten möglichst selten auf diese Option zurückgreifen. Wenn du aber auf abgelaufene Lebensmittel und Kosmetika gestoßen bist, dann gehören diese in den Müll. Auch defekte Gegenstände, die sich weder reparieren noch upcyceln lassen, kannst du entsorgen. Hierbei ist es wichtig auf die richtige Entsorgung zu achten – große Mengen lassen sich zum Beispiel gut auf dem Wertstoffhof nach Kategorien getrennt entsorgen.

[Dieser Beitrag enthält einen Amazon-Partnerlink. Das heißt, wir bekommen eine kleine Provision, wenn du etwas über diesen Link kaufst. So kannst du unseren Blog unterstützen, ohne dass sich der Preis für dich ändert. Wir empfehlen nur Produkte, die zu einem minimalistischen Lebensstil passen und von denen wir selbst überzeugt sind.]

Teilen mit:

Ein Gedanke zu „Ausmisten: Minimalismus Methoden für Einsteiger

  1. Pingback: Was ist Minimalismus? | genug.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.