Stress reduzieren durch Minimalismus – Die besten Tricks

Stress reduzieren durch Minimalismus

Wenn für dich das Interesse an Minimalismus vor allem daher kommt, dass du deinen Stress im Alltag verringern willst, dann bist du hier genau richtig. Jeder von uns wird in seinem Alltag mit Stress konfrontiert. Die Ursache dafür kann Mangel an Zeit, Geld, Ordnung oder Klarheit über Prioritäten sein. Den meisten dieser Faktoren kannst du jedoch vorab schon ausweichen oder sie gar nicht erst entstehen lassen.

Durch diese Faktoren entsteht Stress

1. Stress durch einen Mangel an Zeit

Der Mangel an Zeit ist üblicherweise ein Produkt von langen Arbeitstagen, vielen Aktivitäten in der Freizeit und diversen familiären oder sozialen Verpflichtungen. Hinzu kommt nicht zuletzt auch gerne mal ein schlecht oder gar nicht geführter Terminkalender. Man kommt von der Arbeit, muss zum Yoga im Fitness-Studio und wollte eigentlich noch der Oma zumindest am Telefon zum Geburtstag gratulieren. Nicht zu vergessen, dass man ja auch noch ein Kapitel lesen oder seine Lieblings-Serie anschauen wollte, trotzdem aber nicht zu spät im Bett sein darf.

2. Stress durch einen Mangel an Geld

Der Mangel an Geld –  oh je, ein sensibles Thema – Ich bekomme zu wenig für meinen Job, ganz klar! Aber mal anders gedacht: Wofür gebe ich mein Geld aus? Kann ich den Coffee-To-Go-Becher nicht morgens bei mir zu Hause füllen statt für 3 Euro an der Tankstelle? Am besten noch mit einem 4 Euro Brötchen. Finanzieller Stress, den man vermeiden könnte. Mal davon abgesehen, dass dieses Vorgehen nicht einmal Zeit spart, wenn zwei Leute vor mir in der Schlange an der Kasse zufällig beide ihre Cent-Stücke abzählen.

3. Stress durch einen Mangel an Ordnung

Der Mangel an Ordnung ist bei vielen Menschen direkt mit dem Bedarf in Verbindung gebracht, dass man mal aufräumen müsste; den Keller oder so. Aber nein, Ordnung beginnt im eigenen Kopf! Und wenn ich meinen Schlüssel jeden Tag woanders hinwerfe, wenn ich nach Hause komme, muss ich mich nicht wundern, wenn ich ihn jeden Morgen aufs Neue zehn Minuten lang suche. Nicht auszudenken, wenn ich dann auch noch zurück in die Wohnung rennen muss, weil ich mal wieder meine Brieftasche mit allen Papieren, Fahrkarten und was auch immer vergessen habe. Wo war sie gleich nochmal? Oh, in der Hose von gestern; Glück gehabt,  dass ich gestern vergessen habe die Waschmaschine einzuschalten.

4. Stress durch einen Mangel an Klarheit über Prioritäten

Kommen wir nun zu den Prioritäten: Was will ich eigentlich? Na, alles natürlich, gar keine Frage. Ich will nächste Woche eine Kreuzfahrt machen, mir währenddessen ein neues Haus kaufen, heiraten, fünf Bäume pflanzen, zwei Fremdsprachen lernen und dabei noch ein paar Freunden beim Umzug helfen. Moment…

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Weniger Entscheidungen vermeiden Stress

Und dabei ist zum Glück beinahe egal, welche Entscheidung du gar nicht erst treffen musst oder welche du schon lange zuvor getroffen hast. Am besten ist es dabei, wenn man clevere Entscheidungen trifft.

Du weißt vielleicht schon länger, dass du heute Abend um 19:00 essen gehen willst. Das gibt dir genug Zeit, den Tisch zu reservieren und sollte dich auch dazu bringen, eben nicht spontan noch eine andere Verabredung von 18:00 bis 19:00 anzunehmen.

Genauso ist es nicht hilfreich, sich für 19:00 zum Essen zu verabreden, wenn du genau weißt, dass du es heute auch wieder nicht vor 18:00 aus dem Büro schaffst. Sei deshalb immer realistisch und denke über deine Möglichkeiten nach. So sorgst du dafür, dass Stress vorab vermieden werden kann.

Wichtig ist außerdem bei dem gefassten Entschluss zu bleiben, sobald alles zusammen passt. Häufiges Umentscheiden und Umplanen erzeugt auch immer mehr Stress. Am Ende investierst du möglicherweise fünf mal mehr Energie als eigentlich notwendig gewesen wäre.

Ich kann natürlich überlegen, das Essen auf einen anderen Tag zu verschieben. Dann um 20:00 vielleicht und diesmal werde ich auch einen Tisch reservieren. Plötzlich ist ausgerechnet dann aber kein Tisch frei, okay ich nehme also den Freitag. Partner, Freunde, Familie oder mit wem auch immer ich verabredet bin, mögen aber den Freitag nicht, weil da schon andere Dinge anstehen.

Soll ich jetzt noch einmal irgendetwas ändern? Läuft es darauf hinaus, dass ich es am Ende ganz bleiben lasse und frustriert bin? Oder klappt es noch am Mittwoch um 21:00 und ich bekomme bis zum nächsten Arbeitstag nur 5 Stunden Schlaf? Sogenannter Freizeitstress lässt sich vermeiden, indem man Verabredungen frühzeitig so plant, dass ständiges Umentscheiden und Umplanen nicht nötig ist.

Wie viel Belastung nimmst du für Konsum auf dich?

Viele Entscheidungen entstehen auch mit dem Bedürfnis nach Konsum. Was immer du kaufst, planst oder organisierst – es braucht Zeit, Geld manchmal auch Nerven.

Bei Konsum denken die meisten erst einmal an ausgedehnte Shopping-Ausflüge oder mehrere Stunden mit Bestellungen online zu verbringen. Konsum bezeichnet aber viel mehr. Der Gang ins Kino, das Essen im Restaurant und der jährliche Urlaub – auch alle diese Dinge sind Konsum.

Und auch Konsum kann belasten. Ich muss mir Gedanken über Tag und Uhrzeit machen, einen Tisch reservieren und pünktlich vor Ort sein, um mich dann mit der Frage befassen, was ich eigentlich bestelle. Vielleicht grübele ich gleichzeitig auch noch, was das alles nun wieder kostet.

Ich kann all das verringern und damit auch meinen Stress reduzieren. Natürlich geht man ab und an gerne mal auswärts essen und niemand will und sollte dir solche Momente wegnehmen. Wichtig ist, zu erkennen, wann es passt und den Tag wertvoller macht.

Stress reduzieren durch weniger Unwichtiges

In jedem Alltag werden wir konfrontiert mit Belanglosigkeiten. Sei es nun die Werbung im Briefkasten, der Spam im E-Mail-Postfach oder die Frage “Schokolade oder Vanille”. Stell dir einfach die Frage, was dir auch in einem Jahr noch nachhängen wird – oder stell dir die Frage, was dich morgen noch ärgert. Selbst wenn du heute Vanille-Eis bekommen hast, obwohl du lieber Schoko wolltest – wie sehr belastet dich das morgen noch?

Die Werbung im Briefkasten jedoch, musst du morgen zum Altpapier bringen, und übermorgen, und den Tag danach, und nächste Woche … Es mag nicht wichtig sein, aber es kostet unsere Zeit. Wieder und wieder und wieder. Natürlich kann man an seinem Briefkasten das berühmte “Keine Werbung”-Schild anbringen und man kann auch inzwischen sehr gute Regeln erstellen, die Spam sofort aus den E-Mails filtern. Gleiches verwende ich z.B. auch beim Telefon. Wenn ich nicht gerade auf einen sehr wichtigen Anruf warte, ist mein Telefon lautlos – sobald ich Zeit finde, melde ich mich zurück.

Dadurch kann ich Zeit, Ort und Umstände selbst bestimmen. Und so lange man Kontrolle über seine Zeit behält, hat man den Stress schon reduziert oder vermieden – was einem Minimalisten absolut wichtig ist. Es gibt allerdings auch Menschen, für die ich mir immer Zeit nehme, für die ich den Einkauf unterbreche, das Meeting verlasse oder einen Parkplatz suche. Und bei genau diesen Menschen gibt es immer einen Klingelton, selbst wenn das Telefon lautlos ist.

„Liebt Menschen und benutzt Dinge, denn umgekehrt funktioniert es nicht!“

Frei übersetzt nach Joshua Fields Millburn

Gewohnheiten zu bilden, hält den Kopf frei

Wenn du deinen Haustürschlüssel immer an den gleichen Platz legst, wirst du niemals mehr Zeit brauchen, um ihn zu suchen. Legst du noch deine Brieftasche dazu, hast du schon die wichtigsten Dinge zusammen, die du zum Haus verlassen benötigst. Das Beste daran ist, du musst darüber keine Sekunde nachdenken. Durch solche hilfreichen Gewohnheiten vermeidest du Stress bereits im Ansatz.

Halte Dinge griffbereit, genau da wo du sie brauchst. Gib deinen Jacken feste Plätze an der Garderobe, dann kannst du blind nach der Richtigen greifen. Ähnlich kann man auch im Bad vorgehen. Stell Shampoo und Duschgel immer in der gleichen Reihenfolge und in Reichweite auf. 

Das klingt zunächst ein bisschen übertrieben, aber du kannst auch das Gegenteil testen, indem du die Seife am Waschbecken mal auf die andere bzw. ungewohnte Seite legst. Ich wette mit dir, dass es dich schon am ersten Tag stört.

Kein Stress durch gesparten Aufwand

Und wir reden hier nicht nur von materiellen Aufwendungen, sondern auch von deiner Zeit. Wenn du dich zunächst auf das Wichtigste konzentrierst und den Rest ausblendest, dann hast du außerhalb davon jede Menge Freiraum.

Eines der besten Beispiele ist hier sicherlich Kleidung. Wenn du dich darauf beschränkst nur Kleidung zu ersetzen, die nicht mehr tragbar ist, dann musst du garantiert nicht einmal pro Monat losziehen oder online gehen, um etwas Neues zu finden. Du hast  hier jedes mal den Aufwand in Zeit und Geld eingespart.

Betreibe Aufwand immer genau dann, wenn dich etwas am Ende bereichert. Wenn du zum Beispiel wertvolle Zeit mit deiner Familie verbringen willst, dann betreibe dafür doch gern den Aufwand. Hier kannst du dich aber selbst genauso entlasten, indem du dir von vornherein die notwendige Zeit einfach nimmst und vor allem frei hältst von allem, was dir weniger wichtig ist.

Minimalistische Tricks zum Stress reduzieren

1. Prüfe immer, ob du dich für irgendetwas beeilen musst

Frage dich dann direkt: “Ist es das wert?” Wenn ich gerne ins Kino gehe und mir das auch wichtig ist, ist das eine Sache. Nun muss ich mich dafür nach der Arbeit aber enorm abhetzen, stehe im Stau, habe nur 5 Minuten zum Duschen und komme völlig außer Atem und verschwitzt am Kino an. Wie sehr werde ich jetzt meinen Kino-Abend noch genießen?

Du selbst kennst dich vielleicht gut genug, um zu wissen, dass du all das schon 5 Minuten nach Beginn des Films vergessen hast. Lass dich in diesem Fall nicht von deinem Kino-Besuch abhalten, wenn es so positiv auf dich wirkt. Weißt du aber genau, dass du dich selbst am Ende des Abends immer noch völlig abgehetzt fühlst – denk lieber zweimal darüber nach ob, du den verbundenen Stress vielleicht sparen willst.

2. Fokussiere dich auf ein Vorhaben

Sei es die Hochzeit von einem guten Freund, dein Austauschjahr in Australien oder die Wahl des Berufs. Manche Dinge kommen ziemlich wahrscheinlich nur einmal im Leben oder sehr selten vor. Hier zählt am Ende wirklich nur die persönliche Priorität. Im Grunde wird jeder von uns sofort wissen, ob er sich ein Jahr in Australien vorstellen kann oder nicht.

Wenn du eine solche Erfahrung unbedingt einmal machen willst, stellt sich die Frage nach dem Aufwand kaum. Sicher wird es stressig und eine Menge Aufwand, aber alles was ich dir hierbei raten kann ist, den zusätzlichen Stress zu vermeiden, indem du dich wirklich nur auf dieses Vorhaben fokussierst.

Es sei gesagt, wenn du etwas wirklich nur einmal im Leben unbedingt machen willst, dann nimm den Aufwand in Kauf und ziehe es durch. Deine Zeit und möglicherweise auch die Gelegenheit kommt nicht zurück. Du weißt, was du vorhast und wo dein Ziel liegt. Also blendest du am besten alles andere aus, was dich belasten könnte. So vermeidest du zumindest allen Stress, der nicht deinem eigentlichen Ziel dient.

Das Fazit: Wenn du Energie für eine große Sache brauchst, blende alles andere aus, so gut du kannst.

3. Vermeide wiederholte Entscheidungen

Spannender sind meistens die Punkte, die sich immer wieder ereignen. Wenn etwas etwas immer wieder eintritt, dann triff genau einmal die Entscheidung, wie du damit umgehst. Begonnen mit dem wöchentlichen Einkauf, dem Sport oder Geburtstagen, weiß man hier genau “danach ist davor”. Und da wir zum Thema Einkaufen ja schon ausführlicher geschrieben haben (z.B. über die Reizflut beim Einkaufen), wähle ich als Beispiel mal den eigenen Geburtstag.

Du weißt vermutlich selbst am besten, wie du dir den Tag vorstellst. Vielleicht gehst du gerne mit all deinen Freunden wild feiern oder du gehst gerne im kleinen Kreis essen. Dann mach doch genau das jedes Jahr, ohne lange darüber nachzudenken, wie du deinen Geburtstag in diesem Jahr ganz besonders feiern kannst. Und lass dir auch nicht von anderen einreden, wie du deinen Geburtstag feiern sollst – es ist schließlich dein Tag! Vielleicht erwartet deine Familie eine große Familienfeier von dir, weil das nunmal alle so machen. Entscheide einmal, ob du Lust auf sowas hast und bleibe dann bei deiner Entscheidung!

Vielleicht ist aber auch der wöchentliche Sport ein bisschen einleuchtender: Wenn ich einen Yoga-Kurs im Fitness-Studio gebucht habe, kann ich mir möglicherweise selbst aussuchen ob ich dienstags oder freitags dort hin gehe. Ich entscheide mich dazu, Dienstag zu meinem festen Yoga-Tag zu machen.

Vielleicht habe ich an einem Dienstag aber mal keine Lust und sage mir, dass ich ja auch immer noch Freitag gehen könnte. Im Endeffekt gehe ich aber auch am Freitag nicht, sondern entscheide die kommende Woche einfach Dienstag und Freitag zum Yoga zu gehen. Und so kann ich die dauerhafte Unentschlossenheit beliebig fortführen.

Am Ende gehe ich vielleicht 2 Mal im Monat,und ärgere mich dazu noch, dass ich für mögliche 12 Veranstaltungen pro Monat bezahle. Und dabei habe ich durch das ständige Nicht-Entschlossen-Sein auch noch weitere Stress-Faktoren erzeugt. Zum Einen nehme ich mir etwas Neues vor, was mehr Zeitdruck in der nächsten Woche erzeugt. Zum Anderen plagt mich mein schlechtes Gewissen, wenn ich meinen Yoga-Tag zum zweiten Mal nicht einhalte, obwohl ich es mir vorgenommen hatte.

3. Vermeide alles, was sich widerspricht, wann immer du kannst

Du kannst nicht an zwei Orten gleichzeitig sein, das leuchtet jedem direkt ein. Es gibt aber auch Fälle, wo es nicht ganz so klar ist. Nehmen wir einfach mal an, du interessierst dich sehr für Sprachen und möchtest gerne weitere erlernen.

Dann wäre die entspannte Variante, sich jeden Abend 30 Minuten zu reservieren, wo man sich auch nur damit befasst. Versuchst du das mit zwei oder sogar drei Sprachen auf einmal, wird das zu Überlappung und Verwechslungen führen, so dass sich dein Aufwand vervielfacht.

Natürlich gibt es auch andere Varianten. Wenn du zum Beispiel das Ersparte für den Urlaub anderweitig ausgibst und dann im Urlaub selbst davon belastet wirst, dass du jeden Euro drei mal drehen musst.

Stress aus solchen Quellen, die man selbst erzeugt, kann man getrost auf Null reduzieren. Du kennst deine Prioritäten am besten, beschäftige dich immer erst mit allem anderen, wenn dein persönliches “Wichtigstes” absolut gesichert ist.

Fazit zum Stress beseitigen mit Minimalismus

Wir stellen also fest, die Mehrheit aller Quellen von Stress, haben wir selbst erzeugt oder zumindest begünstigt. Das muss aber nicht so sein, wenn wir schon im Ansatz ein kleines bisschen Denken darin investieren, dass es gar nicht erst passiert. Immerhin sollten wir selbst am besten wissen, was uns am Wichtigsten ist.

Sobald du weißt was dir wichtig ist, lässt sich Stress aus anderen Quellen leichter vermeiden oder zumindest reduzieren. Denk immer noch einmal mehr darüber nach, ob das was dich jetzt in diesem Moment unter Druck setzt, das auch wert ist.

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