Mit Minimalismus anfangen: 5 Tipps, die den Einstieg erleichtern

Mit Minimalismus anfangen: Schritt für Schritt zum minimalistischen Lebensstil

Wer mit Minimalismus anfangen will, der begegnet sehr schnell Tipps zum Entrümpeln und Ausmisten. Fängt man jedoch sofort mit einer großangelegten Ausmist-Aktion an, stellt sich schnell Ernüchterung ein. Man versucht, alles auf einmal zu verändern und erwartet nach 3 Tagen ein rundum erneuertes Leben. Genau deshalb schlage ich vor: Startet in einer kleinen Ecke. Die folgenden Tipps können euch dabei helfen, einen entspannten Einstieg zu finden.

1. Sich direkt am Anfang fragen, warum man sich für Minimalismus interessiert und das mal ausprobieren will

Es hilft, sich zu Beginn über die eigene Motivation klar zu werden: Warum möchte ich überhaupt minimalistisch leben oder es zumindest einmal ausprobieren?

Bei manchen mag es die Flut nicht mehr benötigter Gegenstände sein, die sich in Haus oder Wohnung stapeln. Andere wollen Ressourcen schonen und nachhaltiger leben. Wieder andere möchten mit Minimalismus Geld sparen und reich werden.

Für mich selbst ist einer der wichtigsten Vorteile von Minimalismus die Zeitersparnis, denn Zeit vergeht von ganz allein, ob man will oder nicht. Und da man keine Minute davon jemals zurückbekommt, ist es enorm wertvoll, sich genau zu überlegen, was man mit seiner Zeit anfangen will.

2. Wir wollen mit Minimalismus anfangen und nicht direkt das ganze Leben umkrempeln

Es gibt ja diesen leicht angestaubten Satz: Man lernt gehen bevor man versucht zu laufen. Und da steckt sicherlich viel Wahrheit drin. Man kann natürlich innerhalb von 3 Tagen seine gesamte Wohnung entleeren und neu zusammenstellen.

Die wirkliche Frage ist aber: Schaffe ich es genauso schnell, meine festgefahrenen Verhaltensmuster zu ändern? Ändere ich meine innere Haltung zum wöchentlichen Einkauf? Ändere ich in nur 3 Tagen den klaren Umgang mit meinen Prioritäten? Es ist wesentlich einfacher Minimalismus als Lebensstil zu verinnerlichen, wenn man mit kleinen Änderungen in seinem Alltag beginnt.

Man gewöhnt seine Gedanken an ein Detail, bis es zur Normalität geworden ist. Das kann ein bestimmter Artikel sein, den man nicht mehr kauft oder eine einzelne Schublade im Kleiderschrank, die man aussortiert. Es kann auch eine bestimmte Oberfläche sein, die man immer frei hält. Sobald man den ersten Schritt verinnerlicht hat, nimmt man sich die nächste Schublade oder das nächste Möbelstück vor. Wann immer man sich an einen Punkt gewöhnt hat, kann man mit dem Nächsten beginnen.

3. Wie erkenne ich, dass ich einen Punkt verinnerlicht habe?

Im Grunde immer genau dann, wenn der Umgang damit ein Automatismus geworden ist. Hierzu ein Beispiel: Ich habe die erste Schublade in meinem Schrank ausgemistet und es sind nur noch Dinge darin, die wirklich darin sein sollen. Jetzt beginne ich das Ausmisten von Schublade Nummer 2: Gerate ich in die Versuchung, gleichzeitig wieder Chaos in Schublade 1 zu verursachen?

Hier zeigt sich deutlich, wann ich die klare Verwendung der ersten Schublade verinnerlicht habe: Dann käme ich nämlich gar nicht auf die Idee, wieder Chaos zu verursachen. Selbst dann nicht, wenn es beim Ausmisten von Schublade 2 zumindest kurzfristig bequemer und schneller wäre.

4. Sich selbst fragen: Warum mache ich x? Warum kaufe ich y? Warum verwende ich Zeit auf z?

Vielleicht denkst du jetzt: Natürlich weiß ich, warum ich etwas Bestimmtes tue. Sei es Sport machen, zur Arbeit gehen oder Wäsche waschen. Aber wenn man mit Minimalismus anfangen will, hilft es zu hinterfragen, was einem wichtig ist. Denn es gilt, unnötigen Ballast loszuwerden, um mehr Zeit für Dinge zu haben, die das eigene Leben bereichern.

Sehen wir uns ein Beispiel an, wie es in meinem Alltag oft vorkam: Wenn ich meinen Arbeitstag um 18:00 beende, brauche ich noch ca. 45 Minuten für den Heimweg. Ich weiß ebenfalls, dass ich spätestens 21:45 im Bett liegen sollte, damit ich am nächsten Tag so fit wie möglich aufwache.

Auf dem Weg nach Hause komme ich an 4 Supermärkten vorbei. Eine naheliegende und effektive Handlung wäre, den wöchentlichen Einkauf direkt unterwegs zu erledigen. Stattdessen bin ich immer wieder direkt nach Hause gehetzt, um dort erst einmal ein Weilchen auf dem Sofa zu sitzen und einen Tee zu trinken.

Nach 30 Minuten konnte ich mich dann dazu überwinden, mir Jacke und Schuhe wieder anzuziehen, die Wohnung wieder zu verlassen und dann nochmal einen Teil der Strecke in Richtung Arbeitsplatz zurückzulegen. Wir erkennen alle wohin das führt. Offenbar gelang es mir auf diese Weise fast eine Stunde zu verschwenden, zum Teil mit Handlungen, die ich selbst doppelt erforderlich gemacht hatte.

Ich erkannte, dass Erholung als Ausgleich nach einem anstrengendem Arbeitstag für mich sehr wichtig ist. Deshalb beschloss ich den Wocheinkauf in Zukunft immer direkt zu erledigen, auch wenn es erst einmal anstrengend erscheint.

Vor allem, wenn man sich ausgelaugt fühlt, macht es einen erheblichen Unterschied, ob man bereits um 19:30 alles erledigt hat oder erst um 20:15. Die Entlastung, wirklich keinen Punkt mehr erledigen zu müssen, wird oft unterschätzt. Das Beste ist: Meinen Tee kann ich nach dem Einkauf immer noch trinken und habe nun sogar 1 Stunde mehr Zeit für das, was mir wichtig ist.

5. Sich Zeit nehmen und auch Zeit lassen

Eigentlich der wichtigste Punkt: Nehmt euch für den Einstieg in den Minimalismus die Zeit, die ihr braucht. Wir hetzen heute fast alle unter ständigem Zeitdruck durch unser Leben und unseren Alltag. Dabei vergessen wir aber oft, was uns selbst eigentlich am Wichtigsten ist.

Gerade für diese Punkte sollte man sich immer genug Zeit reservieren. Und auch dafür, sich darüber klar zu werden, sollte man sich Zeit lassen. Erst wenn ich z.B. erkenne, dass mir meine Familie am Allerwichtigsten ist, dann kann ich auch überlegen, was ich an meinem Leben ändern kann, um mehr Zeit mit ihr zu verbringen.

Andere Dinge dienen dann dazu diesen zentralen Punkt zu unterstützen. Man kann z.B. andere Aktivitäten so planen, dass man sie gemeinsam mit dem Partner machen kann, statt getrennt. Man kann vielleicht seine Kinder in den Sport mit einbeziehen und ähnliche Dinge. 

Wenn einem klar ist, was den größten persönlichen Wert hat, dann reserviert man dafür als erstes Zeit. Im nächsten Schritt kann man sich daran machen, andere Aktivitäten zu verbinden oder an Stellen zu legen, die sich gut damit vereinbaren lassen. Wichtig dabei ist, sich selbst niemals zu hetzen oder mehr abzuverlangen als man tatsächlich durchführen kann.

Ein Gedanke zu „Mit Minimalismus anfangen: 5 Tipps, die den Einstieg erleichtern

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