Verändere deine Wahrnehmung

Beginnen wir mit einem harmlosen Ereignis als ich neulich Einkaufen war: Ich hatte gerade den Laden verlassen als ich meine Taschen durchsuchte und feststellen musste, dass ich meinen Schlüssel nicht dabei habe.

Ich hätte in Panik geraten und zurück in den Laden rennen können – oder schonmal von unterwegs den Schlüsseldienst rufen. Möglicherweise hätte ich ihn auch durch akribisches Absuchen des Fußwegs wiederfinden können – man klammert sich ja an jede Hoffnung.

Ich blieb gelassen

… und beschloss einfach erstmal nach Hause zu gehen.

Meine Gelassenheit wurde belohnt, denn wie sich zeigte, steckte der Schlüssel noch von außen in der Tür, als ich zu Hause ankam.

Wie ich es geschafft habe gelassen zu bleiben?

Das verrate ich euch jetzt: Im Grunde kann man sich immer, wenn man sich mit einer Situation beschäftigen muss oder damit konfrontiert sieht, auf 4 wichtige Eckpunkte konzentrieren.

4 Säulen der Wahrnehmung

Die vier Säulen der Wahrnehmung

1) Was weiß ich?

Das sind üblicherweise bestimmte Zahlen, Daten oder Fakten. Es mag der Preis von einem Buch sein, der Kilometerstand eines Autos oder die eigene Lieblingsfarbe.

Es ist etwas, das fest steht und verlässlich ist. Das bedeutet aber nicht zwangsweise, dass es es sich nicht ändern kann oder lässt. Das ist wichtig und wir kommen bei Säule 3 und 4 nochmal darauf zurück.

2) Was weiß ich NICHT?

Auch hier geht es oft um Daten und Fakten, es können aber auch deutlich schwerer zu greifende Sachverhalte sein, wie die eigene Laune nächsten Mittwoch.

Typische Dinge die man nicht weiß:

  • Lottozahlen von nächster Woche
  • den Geburtstag der lebensbegleitenden Person 😉
  • wie viele Überstunden man heute macht
  • uvm.

3) Was KANN ich tun?

Und das ist speziell wichtig, wenn ich mir die Punkte 1 und 2 klar gemacht habe. Wenn ich z.B. etwas nicht weiß – kann ich es herausfinden? Und wenn ja, mit wieviel Aufwand?

Ich kann z.B. den momentanen Benzinpreis der nächstgelegenen Tankstelle jederzeit in der Smartphone-App nachlesen – bei den noch kommenden Lottozahlen wird das eher schwierig.

Und einige Dinge findet man erst mit mehreren Stunden intensiver Recherche heraus, zB. wie schaffe ich den Quereinstieg als Lehrer und was für Voraussetzungen muss ich erfüllen?

Wir reden beim tun können immer von der Aktion, selbst wenn die Aktion darin besteht eine Frage von Nicht-Wissen nach Wissen zu verschieben.

Aber auch das Ändern bekannter Fakten gehört dazu – wenn mein Tee leer ist, kann ich einfach neuen kaufen. Ich kann mir auch neue Schuhe kaufen oder mein Bett verkaufen.

Mir Urlaub nehmen oder das Wochenende im Bett verbringen – all diese Dinge sind machbar.

 4) Was kann ich NICHT tun?

Sicherlich für viele von uns das bitterste Kapitel; manche Dinge lassen sich einfach nicht ändern (oder mit unvernünftig viel Aufwand).

Wenn es regnet, macht man da üblicherweise nichts – klar könnte man sich schnell einen Last-Minute-Flug nach Madrid oder Rom buchen und die Flucht ergreifen. Vermutlich ist aber der Regen schneller vorüber, als das Flugzeug überhaupt abgehoben ist.

Und was einigen von uns auch nicht gefallen dürfte: Die Dinge, die man nicht ändern kann, sind in der klaren Mehrheit.

Dinge gehen kaputt oder verloren, Schnee liegt manchmal 2m hoch oder der Flug wird abgesagt bzw. die Bahn hat Verspätung. Ein Kollege hat die wichtigsten Schritte am aktuellen Projekt einfach mal vergessen und der Termin ist in 5 Minuten.

Der Trost

Manche Dinge können wir eben nicht beeinflussen und eigentlich ist das auch gut so, denn sonst würde die damit verbundene Verantwortung uns völlig überfordern.

Wir können aber immer und jederzeit entscheiden, wie wir mit Dingen umgehen, die wir nicht ändern können. Wenn mein Auto kaputt geht, passiert es eben.

Aber es ist meine Entscheidung ob ich damit in die Werkstatt fahre, mir ein neues kaufe oder auf nachhaltigere Verkehrsmittel umsteige und es ganz abschaffe.

Wenn ich etwas ändern kann – warum soll ich mich aufregen? Ich kann es doch ändern. Wenn ich etwas nicht ändern kann – warum soll ich mich aufregen? Das ändert auch nichts.

genugteam-Autor: Thomas

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